MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lutz Daberkow
Musiktheater aus Passion
Theater- und Musikwissenschaftler Intendant des Neuen Sinfonieorchesters Berlin Wilhelminenhofstraße 89 A 12459 Berlin-Oberschöneweide Tel.: 030 / 530 268 28 Funk: 0157 / 742 820 62
Der Theater – und Musikwissenschaftler Lutz Daberkow lebt seit 1962 in Berlin und liebt die grüne Weitläufigkeit der Metropole mit ihren vielen unterschiedlichen Kietzen, von denen jeder für sich eine kleine Stadt ist. Vor allem aber schätzt er Berlins Opernhäuser, Theater, Museen und Bibliotheken. Heute ist Lutz Daberkow besonders als Kenner der Aufführungs- und Interpretationsgeschichte der Oper des 19. und 20. Jahrhunderts anerkannt.
Er sammelte vor seinem Studium künstlerisch-praktische Erfahrungen als Regieassistent, Aufnahmeleiter und Bildregisseur beim Deutschen Fernsehfunk. Beim Studium an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig hatte er die in der DDR einmalige Möglichkeit, Theaterwissenschaft mit der Spezialisierung auf Musiktheater zu verbinden. Der „Leipziger Schule“ fühlt er sich bis heute verpflichtet, die dank der Professoren Rohmer und Krause-Graumnitz, eine Oase darstellte, in der man alles über die Theaterwelt Europas lernen konnte und der Blick nicht auf die DDR beschränkt blieb.
Nach einem längeren Intermezzo als Dramaturgieassistent an der Staatsoper Berlin erarbeitet er mit Theo Adam dessen große Opernsendungen im Fernsehen. In diesen Jahren erschienen viele Musiktheater-Rezensionen von Lutz Daberkow, die seine umfangreichen Kenntnisse über das Musiktheater und seinen weiten Horizont belegen. Hervorzuheben sind die Erscheinungen zur Richard-Wagner-Ehrung 1983, deren Redakteur und Kritiker er als „Wagnerianer“, der er seit seiner Kindheit ist, gern war.
Das Angebot, im Kulturministerium der DDR in der Theaterabteilung zu arbeiten, nahm Lutz Daberkow an, weil er glaubte, in der Theaterlandschaft der DDR etwas bewegen zu können. Das stellte sich schnell als Trugschluß heraus. Sein Temperament und seine Offenheit führten zur Entlassung aus „sicherheitspolitischen Gründen“.
In der Folge arbeitete er an kleineren Theatern der DDR, u. a. Eisenach und Meiningen, die damals jungen ambitionierten Künstlern die Möglichkeiten boten, die sie in der Hauptstadt der DDR nicht bekamen. Als Chefdramaturg mit Regieverpflichtung inszenierte Lutz Daberkow Webers „Freischütz“, Mozarts „Cosi fan tutte“ und „Figaros Hochzeit“, den „Zigeunerbaron“ von Strauß, Musicals und vieles andere mehr.
In der Aufbruchsstimmung des Jahres 1989 übernahm Lutz Daberkow die Intendanz des Volkstheaters Halberstadt und erlebte hier später die „kalte Übernahme“ durch des Westen.
Aber auch diesmal ließ sich der ambitionierte Musikfreund nicht beirren und wurde freiberuflicher Musiktheaterregisseur, nahm leitende Aufgaben im Berliner Künstlerklub „Die Möwe“ wahr und gründete mit seinen neuen Erfahrungen einen Theaterverein. Dieses HMH-Kunstforum vereinte ehemals arbeitslose Sänger, Musiker und Schauspieler und sorgte in der Berliner Bezirken Hohenschönhausen, Hellerdorf und Marzahn für eine deutliche Verbesserung des Kulturangebots zu erschwinglichen Preisen.
Im Jahre 2002 gründete Lutz Daberkow das Neue Sinfonieorchester Berlin, das heute einen festen Platz im Berliner Musikleben behauptet und dessen Intendant er bis heute ist. Legendär sind die mehr als 45 Konzerte im Roten Rathaus von Berlin, zahlreiche Open Air Konzerte mit großem Repertoire, darunter auf dem Gendarmenmarkt, viele Fernsehauftritte mit bekannten Solisten, Gastspiele nicht nur im Konzerthaus Berlin, Berliner Dom, Französischen Dom, sondern in ganz Deutschland. Es gehört zum besonderen Profil der Auftritte dieses Orchesters, daß die Konzerte von der Moderation des Intendanten begleitet werden.
Das umfangreiche künstlerische Werk Lutz Daberkows fand seinen Niederschlag in zahlreichen Fernsehporträts und Interviews, darunter BBC, Antenne 2, Spanisches TV und arte.