MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erich und Marlies Canis

„Alle Dinge werden zu einer Quelle der Lust, wenn man sie liebt.“ (Thomas von Aquin)

Erich und Marlies Canis

Baumaschinist, Lehrfacharbeiter
Dipl.-Lehrerin
In der Schatzgrube 2
99425 Weimar OT Taubach

Als Hausgeburt kam das Mädchen Marlies 1950 in Taubach zur Welt. In diesem Ort besuchte sie die 1.–4. Klasse, die weiterführenden bis zur 8. Klasse in Mellingen und bis zum Abitur in Weimar. Leistungsmäßig stark und vom Elternhaus darin bestärkt, ging sie diesen Weg und erlangte nebenher bereits den Facharbeiterbrief als Mechaniker. In der DDR war dieser Sonderweg der Ausbildung – Abitur mit Berufsausbildung – möglich. Von vornherein stand für die junge Marlies fest, nicht im Beruf zu arbeiten, sondern sofort ein Studium aufzunehmen. Ihr Wunsch war es von jeher, Geschichte und Geografie zu studieren. Sich den vorhandenen Möglichkeiten anpassend studierte die junge Frau schließlich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena vier Jahre Lehramt Geschichte und Deutsch, schloss als Diplom-Lehrerin für das Hauptfach Geschichte mit Zweitfach Deutsch ab. Ihr letzter Studienabschnitt fiel in eine Zeit, in der dringend Berufsschullehrer gesucht und Angebote unterbreitet wurden, mittels verstärktem Augenmerk auf diesbezügliche Ausbildung diesen Weg einschlagen zu können. Marlies Canis war für eine entsprechende Stelle vorgesehen, doch man entschied sich für eine männliche Besetzung. Diese Begründung befremdete sie so, dass sie sich selbst um ihren weiteren Einsatz bemühte und beim Referat Volksbildung Weimar vorstellig wurde. Sie übernahm eine Schwangerschaftsvertretung an der Polytechnischen Oberschule (POS) Gaberndorf, wechselte später an die POS Umpferstedt und schließlich 1983 an die POS Mellingen – die Schule, in der sie einst selbst auf der Schulbank saß. Hier erlebte sie die politische Wende in der DDR und die Umgestaltung des Bildungswesens mit. 1991 wurde die Schule Gymnasium – Schulteil und Außenstelle des Gymnasiums Bad Berka, später eigenständiges Gymnasium (Lyonel-Feininger-Gymnasium). Marlies Canis, zwar nicht für das Fach Geografie ausgebildet, hatte von Beginn ihrer Lehrtätigkeit in diesem Fach unterrichtet, gehörte zur Fachkommission Geografie mit Verantwortung für die Weiterbildung von Grundschullehrern im Fach Heimatkunde. Sie befürchtete aber im Zuge der nötigen Neubewerbung aller Lehrkräfte, als Nichtfachlehrer für Geografie für das Gymnasium nicht zugelassen zu werden. Doch sie irrte, sie erhielt auf Grund ihrer Fachkompetenz die weitere Lehrerlaubnis am Gymnasium und zusätzliche Verantwortung, erst als stellvertretende Schulleiterin und später als Oberstufenleiterin (Planer für die Oberstufe). Nach Einstellung eines ausgebildeten Fachlehrers für Geografie wurde ihr Unterricht in diesem Fach bis zur 9. Klasse begrenzt. Nun übernahm sie den Leistungskurs Deutsch, später den Leistungskurs Geschichte. Im Jahr 2009 ging Marlies Canis über die Vorruhestandsregelung in den Ruhestand. Die mit der Wende eingeführten zusätzlichen Fächer wie z. B. Religion, Ethik, mehr Stunden für Kunst, Musik....führten zu Stundenkürzungen in „ihren“ Fächern Geschichte und Geografie aber auch Deutsch und Mathematik. Marlies Canis stellt mit Bedauern fest, dass das zu Lasten der fachlichen Ausbildung ging. Zudem sind die Fachbücher nicht mehr so auf den Lehrplan abgestimmt. Die Arbeit mit Kopien ersetzt den fehlenden didaktischen Aufbau nicht, vergleicht sie mit früheren Jahren. Sie war mit Leib und Seele Lehrerin, bereut ihre Berufswahl bis heute nicht. Sie singt im Frauenchor Taubach, leitet seit Jahrzehnten eine Frauensportgruppe mit wöchentlichen Trainingseinheiten. Viele Jahre war sie auch in der Gemeindevertretung und im Ortschaftsrat aktiv. Ehemann Erich (Baumaschinist im BMK Erfurt und Lehrfacharbeiter, dann im WBB Bau & Beton GmbH bis zum Renteneintritt mit 47 Arbeitsjahren) ist seit 1974 (Hochzeit) fest an ihrer Seite. Das Paar hat zwei Kinder (Anne, geb. 1978 / Thoralf, geb. 1979), die für zwei Enkel gesorgt haben. Mit ihnen die Freizeit zu verbringen, traditionell Weihnachten Stollen für die ganze Familie zu backen, lesen und wandern sind die Dinge, die Marlies Canis besondere Freude machen.
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