MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Wolfgang Böttcher

Wanderjahre, Wanderlust

Wolfgang Böttcher

Diplom-Ingenieur (FH) für Automatisierungstechnik
99885 Ohrdruf

In Ohrdruf am Nordrand des Thüringer Waldes kam Wolfgang Böttcher 1934 zur Welt. Acht Jahre besuchte er die Schule, war Teilnehmer eines Kurslehrgangs für Englisch, Russisch und Latein, doch entschied sich 1948, nach der 8. Klasse die Schule zu verlassen und einen Beruf zu erlernen. So wurde er in drei Jahren bei einem örtlichen Meister zum Stellmacher ausgebildet. Zu viele Gesellen konnte jedoch der Meister dann nicht brauchen, so begannen die Wanderjahre von Wolfgang Böttcher, oft begleitet von Weiterbildungen. Er begann bei einem Meister im Erfurter Stadtteil Hochheim, besuchte dort auch einige Zeit die Volkshochschule, wechselte in Erfurt für kurze Zeit in eine andere Werkstatt, doch auch das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) in Gotha benötigte damals noch Kräfte, die gut mit Holz umgehen konnten. Als der Besuch der Reichsbahnfachschule in Dresden mit einer Verpflichtung zum Dienst in der Transportkompagnie der Kasernierten Volkspolizei (KVP) verbunden werden sollte, kündigte er und wechselte in eine Weimarer Karosseriewerkstatt. In den vier Jahren dort leistete er nicht nur getreulich seine Arbeitspflicht, sondern entwickelte sich zum Karosseriebaumeister. Nur führte die bestandene Meisterprüfung nicht zu einer eigenen Werkstatt, die DDR-Zeiten waren Selbständigkeit nicht förderlich. Dann brauchten die Transportfahrzeuge der Deutschen Post in deren Erfurter Werkstatt sein Können. Doch mit den Plänen zur Familiengründung (Heirat 1959) zog es ihn wieder gen Ohrdruf, wo auch seine Frau Helga herstammte. Als er beim VEB Stahlverformung Ohrdruf begann, endeten die unsteten Jahre. Über dreißig Jahre sollte dieses Werk zum beruflichen Zuhause werden. Er startete als Schweißer (entsprechende Lehrgänge hatte er schon in Erfurter Zeiten absolvieren können), wurde als Meister eingesetzt. Nur wurde aus dem Lehrgang Industriemeister eine Techniker-Qualifikation, der – stets im Fernstudium – eine Ingenieurausbildung Automatisierungstechnik (von der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut) folgte. Heute ist der Abschluss als Diplom-Ingenieur (FH) anerkannt. Wolfgang Böttcher entwickelte sich mit steigender Qualifikation vom Meister im Maschinenraum zum Technologen und Verantwortlichen der Arbeitsvorbereitung, agierte in den letzten Jahren bis zum Ausscheiden 1991 mit Altersübergangsregelung als Gruppenleiter Technologie. Frau Helga, bereits 2015 verstorben, war lange Jahre als kaufmännische Angestellte im selben Betrieb tätig. In den Jahren nach der Hochzeit erfolgten 1961 die Geburt der Tochter Kirsten, 1965 des Sohnes Matthias und 1966 der Tochter Katrin. Acht Enkel und sechs Urenkel sind der Stolz von Wolfgang Böttcher. Er engagierte sich zeitweise in der damaligen LDPD (heute FDP, der er immer noch angehört), als Ortswegewart der Stadt Ohrdruf, zuletzt viele Jahre als Wanderleiter im Wanderverein des OSV.
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