MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bernd und Rita Böttcher
Aufbau Ost – Thüringen
Bauingenieur
Sachbearbeiterin
07586 Kraftsdorf OT Töppeln
In Töppeln an der Bahnstrecke Gera-Jena wartete der Großvater die Schranken. Da der Vater dem 2. Weltkrieg zum Opfer fiel, war Großvater für den jungen Bernd (Jahrgang 1939) wie ein Vaterersatz. Im Haus, da er geboren wurde, lebt Bernd Böttcher immer noch. Er wuchs als Einzelkind auf, besuchte acht Jahre die örtliche Schule und absolvierte eine Zimmermannslehre. Beim VEB Kreisbau Gera blieb er bis 1960. Danach führte ihn das Studium des Bauwesens für zwei Jahre nach Greiz. Doch dann wurde die dortige Ingenieurschule aufgelöst, so dass er das dritte Studienjahr im weit entfernten Cottbus absolvieren musste, weit entfernt von der Heimat, aber auch von Frau Rita, die er gerade in Gera kennengelernt hatte, 1963 heiratete. Der junge Bauingenieur sammelte erste praktische Erfahrungen im Wohnungsbaukombinat (WBK) Gera. Vor allem als Technologe in der Bauvorbereitung eingesetzt, konnte er nun über viele Jahre seine Kenntnisse und Fähigkeiten in bester Weise anwenden, auch als die Firma nach dem Ende der DDR in Ostthüringer Baubetrieb umbenannt wurde. Doch dann wurden die Stellen reduziert und Bernd Böttcher wechselte zur Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH (GWB). In der Vorbereitung und in der Bauleitung vor Ort kümmerte sich Bernd Böttcher nun vor allem um Sanierungs- und Modernisierungsprojekte im städtischen Wohnungsbestand. Nach Übergangsregelungen ist er seit ein paar Jahren Ruheständler. Doch auch bei den Grundstücken der Kinder wurden sein Rat, seine helfende Hand gebraucht. Der ehemals aktive Tischtennisspieler (1970–1983, Kreisklasse) war 1979–1994 Gemeinderatsmitglied der Gemeinde Tölpeln, obwohl selbst nie einer Partei zugehörig.
Rita Böttcher stammt aus Lobenstein, wo sie 1944 zur Welt kam. Sie wuchs mit zwei Geschwistern auf. Zum einfachen Haushalt gehörte etwas Feld und Vieh für den Eigenbedarf, so wurde sie zeitig mit eingespannt. Die Schule schloss sie mit der 8. Klasse ab. Der frühe Verlust der Mutter, diese starb, als Rita gerade sechzehn Jahre alt war, wurde zur Belastung. Die junge Rita erhielt ihre Ausbildung zur Stenotypistin. Danach arbeitete sie als Sekretärin und Sachbearbeiterin bei der Großhandelsgesellschaft (GHG) Lebensmittel, Obst und Gemüse in Lobenstein. Danach arbeitete sie als Sekretärin und Sachbearbeiterin. Mit der Heirat 1963 wechselte sie nach Töppeln, war für drei Monate Mitarbeiterin des RFT Kondensatorenwerks und wechselte dann als Sachbearbeiterin zum Tiefbaukombinat. Je drei Jahre unterbrach sie ihre Berufstätigkeit als die beiden Töchter geboren wurden (1966 Heike und 1971 Anke). Im Jahr 1988 wechselte sie zur Stadtdirektion Straßenwesen der damaligen Bezirksstadt Gera. Als 1991 die städtische Verwaltung umstrukturiert wurde, konnte sie im Bereich Haushalt und Planung des Sozialamtes weitere erfüllte Berufsjahre erleben, ehe sie mit Altersübergangsregelung die ruhigere Zeit des Lebens vorbereitete. Doch in der Familie mit vier Enkelkindern werden die Großeltern oft gebraucht, da bleibt nicht viel Zeit zum Lesen und Kreuzworträtseln, obwohl die zwei Älteren schon ihre eigenen Wege gehen. Aber die Zeit für kleinen Kurzreisen nehmen sie sich ab und zu. Damit das alles noch lange möglich ist, hält sich Rita Böttcher wöchentlich in einer Gymnastik-Sportgruppe fit (seit 1964!).