MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Dr. Eva Böttcher

Mit dem Enkel-Taxi quer durch die Stadt

Eva Böttcher

Russenstr. 97
04289 Leipzig
Fon: 0341 / 8771718

Spricht Frau Dr. Eva Böttcher aus Leipzig liebevoll von ihren fünf Enkelkindern, so fällt scherzhaft der Begriff „Oma-Taxi“. Er ist untrennbar mit dem großen Ehrenamt Enkelbetreuung verbunden. Als die promovierte Fachärztin für Lungenheilkunde (Pulmologie) 2006 in den Ruhestand ging, galt sie als unentbehrlich mit ihren Fahrdiensten kreuz und quer durch die Stadt: zum Kindergarten, zu Musikschulen, Sportvereinen, Reiten, Ballettunterricht, und, und, und. Ohne diese Unterstützung hätte das alles nicht funktioniert, berichtet Eva Böttcher, die stolz auf ihre Kinder und Enkelkinder ist. Geboren 1943 in Chemnitz, wuchs sie mit noch drei Geschwistern auf einem großen Bauernhof in einem nahe gelegenem Dorf in einem christlichen Elternhaus auf. Da war es für sie klar, Tierärztin zu werden. Doch als sie unverhofft die Chance bekam, nach dem Abitur 1961 im Ausland Humanmedizin studieren zu können, griff sie zu. Zwei Jahre (bis zum Physikum) studierte sie in Budapest und lernte dabei schnell die ungarische Sprache – und auch ihren späteren Ehemann, Dr. Ralph Böttcher (Chirurg, gestorben 1994) kennen und lieben. In Leipzig, woher er stammte, setzten sie gemeinsam ihr Medizinstudium bis 1966 fort. Sie heirateten 1967 und bekamen zwei Kinder: Tochter Cornelia (geboren 1970) arbeitet heute als Pädagogin am Gymnasium in Markranstädt, Sohn Michael (Jahrgang 1974) ist wie seine Eltern Arzt geworden. Er ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und als Oberarzt am Krankenhaus Delitzsch tätig. Vor ihrer fünfjährigen Facharztausbildung in der Robert-Koch Klinik in Leipzig sammelte Frau Böttcher als junge Ärztin Erfahrungen in einer sächsischen Landarztpraxis in Zschortau. Sie promovierte 1970. Nach der Geburt des zweiten Kindes war sie vorübergehend Betriebsärztin im Buchhaus Leipzig. Von 1982 bis zur Wende 1990 leitete sie eine PALT (Poliklinische Außenstelle für Lungenkrankheiten und Tuberkulose), die in jedem Stadtbezirk den Polikliniken angeschlossen waren. Nach Auflösung der Polikliniken wurde sie Sachgebietsleiterin der Tuberkulosefürsorge im Gesundheitsamt Leipzig, wo sie bis zu ihrer Rente beschäftigt war. Frau Dr. Böttcher wurde zum Tag des Gesundheitswesen 1986 der Titel „Sanitätsrat“ verliehen. Lesen und Reisen sind ihre große Leidenschaft. Waren es zu DDR-Zeiten Urlaube mit der Familie am Balaton, in der Hohen Tatra und am Schwarzen Meer in Bulgarien, so erfüllte sie sich nach der Wende Reisewünsche in die ganze Welt. Australien, Bali und Sri Lanka hat sie dabei in besonders guter Erinnerung. Aber auch viele andere Länder in und außerhalb von Europa haben sie sehr beeindruckt. Vergleicht die Ärztin im Ruhestand die Zeiten vor und nach der Wende miteinander, so nennt sie das geschenkte Auslandsstudium, das ihr die DDR ermöglichte, zuerst und dann die Reisefreiheit, verbunden mit Erfüllung von Träumen, die sie vorher nur aus Büchern kannte. Mit Volleyball, Gymnastik und gesunder Ernährung hält sich die Rentnerin fit und ist dankbar für ihre Gesundheit. Dass es heute wieder viele Ärztehäuser gibt, findet sie gut. Das erinnert an die früheren Polikliniken. Bis auf den viel zu frühen und schmerzlichen Verlust ihres Ehemanns spricht sie von einem erfüllten Leben, das sie noch weiter genießen möchte.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz