MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Klaus Böttcher
„Irgendwo war ich immer beteiligt....“
Horstdorfer Str. 24
06844 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 2161107
...erzählt Klaus Böttcher aus seinem Leben, durch das sich die ehrenamtliche Tätigkeit wie ein roter Faden zieht. Der Grund dafür: Interesse an Menschen, Freude an Geselligkeit und Miteinander.
1941 in Dessau geboren, war es jedoch vorerst seine Ausbildung die im Vordergrund stand. Der Berufswunsch stand für ihn zeitig fest und nachdem die 10.Klasse absolviert und der Besuch der Oberschule wegen der Zugehörigkeit des Vaters zur Intelligenz statt der gewünschten zur Arbeiter- oder Bauernschicht, verwehrt blieb, begann er bei der Energieversorgung Halle, Netzbetrieb Dessau eine Ausbildung zum Elektromonteur. Sein Lebensmotto: „Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig oder gar nicht“ galt damals schon, und so nahm er 1961 ein Studium auf, schloss es als Ingenieur für Energiewirtschaft ab. Bis auf wenige Monate Unterbrechung (Energieversorgung) blieb er sein gesamtes Berufsleben beim Verbundnetz, war in der Störungsbeseitigung, Störungserkennung und schließlich als Dispatcher tätig. Ein Traumberuf, trotz Bereitschaftsdiensten und Nachteinsätzen, den er „fast fanatisch“ ausübte, beschreibt er sein Engagement und seine Liebe zum Beruf. Es war nicht seine einzige Liebe, denn 1971 hatte er seine Frau Edeltraut (geb. 1941, Technische Zeichnerin) geheiratet, Sohn Michael (Sanitär- und Heizungsmonteur) bereichert die Familie seit 1973. Beide trugen auch die dritte Liebe von Ehemann und Vater mit: Der Zeit als aktiver Fußballer und Übungsleiter bei der BSG Motor Dessau (bis 1968) folgte ab 1973 das ehrenamtliche Engagement im Karnevalverein „Waldeser“ in Dessau (bis 2013), elf Jahre davon als Präsident – zusätzlich zu seiner Arbeit als Geschäftsführer und Schatzmeister im Landesverband (1990–2004). Er erinnert sich an die großen Herausforderungen in dieser Zeit, insbesondere an die Ausrichtung der Großen Jahrestagung des Bundes des Deutschen Karnevals mit Verleihung des Kulturpreises der Deutschen Fastnacht 2002 in Dessau – nur wenige Monate nachdem das Hochwasser die Region verwüstet hatte. „Die Geschäftsstelle in Waldersee gab es nicht mehr, es sah aus wie nach dem Krieg, der Verein „Waldeser Carneval Club“ hatte einen Schaden über 220.000 € zu verzeichnen.....“, berichtet er mit Stolz über die Entscheidung die Ausrichtung nicht abgesagt und die Aufgabe realisiert zu haben. Der Unterstützung seiner Frau und seines Sohnes immer versichert, sieht er mit Freude, dass Michael Böttcher vom einstigen Karnevalsprinzen (bereits mit fünf Jahren) zu dem Mann wurde, der seit 2004 bis heute den Karnevalsumzug in Dessau organisiert. Es zeichnet sich nämlich leider ab, was alle Vereine beklagen: Das Interesse an Vereinsarbeit ist bei den jungen Menschen nicht mehr so vordergründig. Gestiegene berufliche Herausforderungen und knapp bemessene Freizeit stehen einem Überangebot an Möglichkeiten diese zu verbringen gegenüber. Und nicht zuletzt ist die Bereitschaft, sich mehr als nötig zu belasten gesunken. Solche Menschen wie Klaus Böttcher werden seltener, die ihre vielen beruflichen und gesellschaftlichen Auszeichnungen nicht alle aufzählen können und wollen und deren „Banner für Arbeit“ und „Verdienstorden des Bundesdeutschen Karnevals in Gold mit Brillianten“ doch von besonderen Leistungen sprechen.