MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Elke Böttcher

Liebe geben

Elke Böttcher

Kinderkrankenschwester
04720 Großweitzschen

Viel Liebe hat Elke Böttcher in ihrer Kindheit zeitweise nicht empfangen. 1954 war sie im sächsischen Waldheim geboren worden, ihre Mutter starb früh. Die Stiefmutter war für das Wohl des Kindes keine gute Wahl. Als Elke Böttcher neun Jahre alt war, entriss der Tod ihr auch den Vater. Doch bei der Schwester ihrer Mutter, Tante Charlotte, fand sie wie ihre vier Geschwister, alles Mädchen, Aufnahme und echte Fürsorge, obwohl die Tante als Arbeiterin in der Tabakfabrik einen anstrengenden Job hatte. Die Verbundenheit mit den Schwestern währte das ganze Leben, kürzlich konnte sie in diesem Kreis ihren 60. Geburtstag feiern. Auch wenn eigene Erkrankung sie einmal lange ins Aus zwang, konnte Elke Böttcher an der Waldheimer Polytechnischen Oberschule mit Erfolg die 10. Klasse abschließen. Die Liebe, die sie in den Anfängen ihres Lebens sehr vermisst hatte, später aber in reichem Maße erfahren durfte, an die nachwachsende Generation weiterzugeben, bestimmte ihre Berufsentscheidung. In zweieinhalbjähriger Ausbildung in der Kreiskinderklinik in Westewitz bzw. in der Berufsschule in Döbeln konnte sie sich zur Kinderkrankenschwester qualifizieren, wurde, als sie 1975 abgeschlossen hatte, mit Freude übernommen. Sie ging in ihrem Beruf auf, durfte in sehnsuchtsvolle, am Ende des Genesungsprozesses dankbare Kinderaugen schauen. Ältere Kolleginnen halfen ihr verständnisvoll in Momenten, da sie lernen musste, auch mit dem Sterben eines Schützlings klarzukommen. Anfangs arbeitete sie auf der Infektionsstation, mit der Aufgabe der Westewitzer Einrichtung und dem Wechsel nach Leisnig 1997 entfiel die Spezialisierung. Eigene Beschwerden ließen ihr in letzter Zeit die Arbeit mühsam werden, Kuraufenthalte halfen ihr weiter, doch die Frühverrentung scheint unausweichlich. Trotzdem lässt sie sich ihre Probleme nie anmerken, wenn sie im Kontakt mit den Kindern deren Leiden lindern darf. 1978 hatte Elke Böttcher ihren Mann Gunter geheiratet, der als Klima- und Lüftungstechniker viel auf Montage war und ist, deutschlandweit agiert. Der gemeinsame Sohn, 1980 geboren, die Enkelin sorgten für Familienerweiterung. Stets freut sie sich auf die Urlaubsreisen, kann von Bulgarien (in ihrer Jugend mit drei Freundinnen entdeckt), der Tschechoslowakei und Ungarn (zu DDR-Zeiten erlebt) und der neu gewonnen Reisefreiheit in größere Weiten glücklich berichten.
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