MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erika Böttger

Die eignen und die anderen Kinder

Erika Böttger

Krippenerzieherin i. R.
Am Waldrand 84b
04720 Westewitz

Als Älteste von vier Geschwistern wuchs Erika Böttger, geboren 1932 im pommerschen Bartin, auf dem elterlichen Bauernhof in Plassenberg (Kreis Stolp) in schwieriger Zeit auf. Schulunterricht hatte sie nur bis zur 5. Klasse erleben dürfen, dann bestimmte der Krieg das Leben der Familie, der Vater von der sowjetischen Armee verschleppt, kam schwerkrank zurück, starb im Mai 1945, auf der Flucht mit dem Pferdegespann überrollte sie die Front, zu Fuß ging es nun wieder zurück in den Heimatort, wo die Mutter gezwungen war, manche Sachen zu verkaufen, um mit ihren Kindern überleben zu können. Als die Familie zur polnischen Staatsbürgerschaft genötigt werden sollte, entschieden sie sich 1957, zur Tante zu ziehen, die inzwischen in Westewitz an der Freiberger Mulde sesshaft geworden war. Erika Böttger war das Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft gewohnt, fand sich nur schwer ab mit einem Fabrikjob in der Zigarrenfabrik Döbeln, nutzte die Gelegenheit, im Volksgut als Saisonkraft wieder in die bäuerlichen Tätigkeiten zu wechseln. Eine neue Aufgabe erwuchs ihr, als die ortsansässige Kreiskinderklinik Mitarbeiter suchte, die vierfache Mutter als Erzieherin in der für die Belegschaft eingerichteten Kinderkrippe gewann. Hier wurde sie von 1967 bis 1991 tätig, konnte sich qualifizieren, die Fachschulanerkennung als Erzieherin erwerben. Die Betreuung des jüngsten Nachwuchses bereitete ihr viel Freude, eine Gruppe von acht Kindern, meist im Alter von zwei bis drei Jahren war ihrer Obhut anvertraut. Sie bedachte sie mit viel Liebe, so wie ihre eigenen. Das ausgezeichnete Arbeitskollektiv bot menschlichen Kontakt und Austausch in den Problemlagen des Lebens. Altersübergangsgeld ebnete nach vierundzwanzig Jahren in dieser Aufgabe den Weg in den Rentenbezug. Ihren Mann, der als Traktorist arbeitete, hatte sie 1964 geheiratet, die Ehe hielt nur wenige Jahre. Den ersten Sohn hatte sie noch aus Polen mitgebracht, drei weitere Söhne komplettierten nun das Familienleben der dann weitestgehend Alleinerziehenden. Zwei Enkel bereicherten das Geschehen. In der Liebe zu ihrem Garten, arbeits- wie ertragreich, fand Erika Böttger den Ausgleich, freute sich über Blumenpracht und Reichtum an Früchten.
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