MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz Böttger

Die „richtige“ Einheit gibt es noch nicht

Heinz Böttger

Zum Dorfanger 4
04668 Grimma OT Greschwitz
Fon: 03437 / 943936

Der am 21.10.1930 geborene Heinz Böttger hatte schon als Kind klare Vorstellungen, was er einmal werden wollte: Buchhalter. Er führte gerne Tagebuch, nahm Aufzeichnungen vor, übte so Akkuratesse und Genauigkeit. Nach den ersten sieben Schuljahren wechselte er deshalb auf die Handelsschule. Mit Beendigung der Schulzeit 1947 lernte er zwei Jahre in Leipzig den begehrten Beruf, fand jedoch im Anschluss schwer eine entsprechende Arbeitsstelle. Wo er auch hinkam, überall wurden Handwerker und Aufbauhelfer gesucht, denn die Zerstörungen und Auswirkungen des Krieges waren zu beseitigen. Für einen Buchhalter hatte man da noch keine Verwendung. Durch Zufall erfuhr er im Arbeitsamt, dass die Polizei einen Lohnbuchhalter suchte, bewarb sich, setzte sich in einer Aufnahmeprüfung gegen andere Bewerber durch und stellte damit die Weichen für sein weiteres Leben. Zu dieser Zeit arbeitete man bei der Polizei noch mit Stundenlöhnen, die er berechnete. Später wurde der Monatslohn eingeführt und damit seine Arbeit entbehrlich. Ihm wurde angeboten sich neu zu orientieren oder bei der Polizei zu bleiben, einen anderen Aufgabenbereich zu übernehmen. Er blieb bei der Kreispolizei als Sachbearbeiter Meldewesen und der späteren Volkspolizei im Pass- und Meldewesen tätig. Mit der Wende blieb er im Amt bei der Bundespolizei. Seine Arbeit änderte sich inhaltlich nicht, doch neue Gesetzlichkeiten galten und mussten erlernt werden. Für ihn kein Problem, wie er erzählt und dass er bis zu seinem Renteneintritt 1993 seine Arbeit ausübte. Die Einführung von Computern in der Dienststelle hatte er schon in der DDR erlebt, war indessen schon fast ein Spezialist auf diesem Gebiet und fit für die neuen Medien im Dienstbereich. Gesellschaftlich hat er sich bis zur Eingemeindung des Ortes nach Grimma im Gemeinderat Grechwitz als Abgeordneter engagiert, war Funktionär in der Sportvereinigung Dynamo Grimma. Er hat hohe Ansprüche an Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit und erwartet, dass Versprechen eingehalten werden. So wurde er von Vater Bernhard erzogen und darauf hat er bei der Erziehung seiner Söhne Lutz (geb. 1953, Ingenieur) und Uwe (geb. 1961, Kfz-Schlosser) Wert gelegt. Die Familie hält zusammen, trifft sich zu möglichen Anlässen. Dabei dann auch die drei Enkel und das Urenkelchen. Ehefrau Ilona leider nicht mehr. Sie verstarb im Jahr 2009. Er möchte 100 Jahre alt werden und würde gerne „die richtige Einheit herstellen“, wie er sagt. Denn diese beginnt nicht mit der Errichtung eines Einheitsdenkmals sondern mit der Klärung politischer und sozialer Fragen, bemängelt er.
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