MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. Dr. Dieter Carl

Stets neue Perspektiven für sich und andere erschließen

Dieter Carl
Physiker und INformatiker

Physiker und Informatiker Berlin-Köpenick E-Mail: DieterCarl@compuserve.com

Der Physiker Professor Dr. Dieter Carl ist ausdrücklich stolz darauf, aus dem seit dem 3. Oktober 1990 wiedervereinigten Berlin zu kommen. „Die Stadt hat sich trotz vieler Probleme sehr zum Positiven verändert“, meint er und schildert den Ost-Teil der Stadt in der Zeit vor 1989 als recht trist. Für seinen Heimatbezirk Köpenick wünscht er sich weitere Investitionen, um die immer noch sichtbaren Spuren jahrzehntelanger Miss-wirtschaft endgültig zu beseitigen. Dieter Carl besteht sein Abitur im Jahr 1960 an der Alexander-von-Humboldt-Schule unweit seines heutigen Wohnortes mit sehr guten Ergebnissen und studiert anschließend an der Hum-boldt-Universität Physik. Bis heute schätzt er die gut-bürgerliche Atmosphäre an den Fakultäten mit den engagierten Professoren, die ihm eine Menge an fundiertem Wissen mitge-ben. Mit zwei Brüdern wohnt Dieter Carl bei der allein erzie-henden Mutter, der er sein Stipendium für den Unterhalt der Familie zur Verfügung stellt, das Geld für seine Bedürfnisse und Wünsche verdient er sich selbst neben dem Studium. Ab 1965 arbeitet Dieter Carl am Institut für Hochenergiephysik der Akademie der Wissenschaften in Zeuthen, dessen Leiter Professor Lanius später mehrmals die Hand über ihn hält. Auf-grund der internationalen Kooperation mit dem Kernfor-schungszentrum CERN in der Schweiz profitieren das Institut und er selbst von westlichem Know How. Die Zeit seiner De-legierung an das Kernforschungszentrum in Dubna bei Moskau erlebt der Wissenschaftler in einer sehr internationalen Atmo-sphäre, er merkt aber auch, dass alle wichtigen Entscheidungen von den Sowjets getroffen werden. Als er nach dem 21. August 1968 gegen den Einmarsch des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei öffentlich protestiert, wird die Delegierung abgebrochen. Dieter Carl kehrt nach Zeuthen an sein Institut zurück, seine Abteilung geht 1972 in dem Institut für Informatik in Adlers-hof auf. Mit anderen Kollegen leistet der Physiker in den fol-genden Jahren und Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Informatik in der DDR. In den letzten Jahren knüpft er Kontakte zu den Firmen Siemens und SEL. Nachdem 1990 der Aufbau einer eigenen Firma an der Ver-weigerung eines Existenzgründerkredites durch die Banken scheitert, findet Dieter Carl eine neue berufliche Perspektive bei der Firma Siemens, für die er in Spandau ein neues Soft-ware-Entwicklungszentrum mit Mitarbeitern aus Ost und West aufbaut und steigt schließlich in den Oberen Führungskreis der Firma auf. Rückblickend betrachtet er diesen Abschnitt als die erfolgreichste und erfüllteste Zeit seines Berufslebens.
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