MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christel Böhme
„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ (Albert Einstein)
Virchowstr. 33
06766 Bitterfeld-Wolfen
Fon: 03494 / 24276
Das Mädchen Christel wurde am 13.12.1946 in Erfurt geboren. Die Mutter, eine Verkäuferin, lebte getrennt vom Vater, einem Schiffsbauingenieur. So orientierte sich das Mädchen vorwiegend an Mutter Else. Sie eiferte ihr nach und wünschte sich auch Verkäuferin wie diese zu werden. Das gelang. Nachdem sie die 8-jährige Schulzeit (1953–1961) absolviert hatte, lernte sie drei Jahre den Beruf Elektro-Verkäuferin und blieb im Anschluss als Facharbeiterin entsprechend tätig. Jung verliebt, heiratete sie 1965 und zog – wegen der beruflichen Versetzung des Mannes nach Hermsdorf / Thüringen und 1969 nach Wolfen – mit ihm in diese Stadt. Schon bald bereicherten zwei Kinder das Familienglück. Sohn Jörg wurde 1965 geboren und arbeitet als Straßenbahnfahrer, Sohn Udo kam 1968 zur Welt. Er wurde Koch und arbeitete viele Jahre als selbstständiger Gastronom. Indessen ist er wieder angestellt im Beruf tätig. Was als langjährige Partnerschaft gedacht war, endete 1975 mit der Scheidung und der Verantwortung für zwei Kinder als alleinerziehende Mutter für Christel Böhme. Keine einfache Zeit. Christel Böhme sagt rückblickend dazu schlicht: „Ich bin hart im Nehmen....“ und hat die Herausforderung gut bewältigt. Dass aus den Kindern etwas geworden ist und sie ihr zwei Enkelkinder und einen Urenkel schenkten, freut sie. Nach der Eheschließung vier Jahre zu Hause, nahm sie 1969 wieder eine Arbeit auf. Weil Plätze in Kindereinrichtungen schwer zu erhalten waren, sicherte sie sich dabei einen solchen indem sie in der Kinderkrippe ihres Sohnes tätig wurde. 1972 wechselte sie als Zivilbeschäftigte in eine NVA-Dienststelle und war dort in der Kaderabteilung tätig. Sie nutzte während der Zeit bei der NVA die ihr gebotene Möglichkeit zur Erlangung eines zusätzlichen Facharbeiterbriefes als Industriekaufmann. Die Umsetzung der NVA-Abteilung nach Leipzig führte auch bei ihr wieder zur Neuorientierung. 1974 erfolgte ihre Arbeitsaufnahme in der EDV-Abteilung eines Bergbaubetriebes. Im Jahr 1977 nahm sie ein Frauensonderstudium an der Ingenieurschule Senftenberg auf – indessen schon alleine mit zwei schulpflichtigen Kindern und zusätzlich gesellschaftlich aktiv im Elternbeirat, im Wohnbezirksausschuss und als stellvertretende Vorsitzende des DFD! Fünf Jahre später hatte sie den Abschluss als Ing.-Ökonom in der Tasche, wurde vom Datenerfasser zum Instandhaltungskoordinator und danach zur Leiterin der EDV-Abteilung mit Verantwortung für 14 Mitarbeiter. 1990 endete diese Arbeit durch Arbeitsplatzwechsel in die Abteilung Finanzen der Hauptverwaltung, wo sie bis 2004 mit Steuerberechnungen betraut war. Über die Altersteilzeit trat sie 2007 in den Ruhestand. Die starke Frau hat ihr Leben gut gemeistert mit Fleiß und Zielstrebigkeit – Eigenschaften die sie von ihrem Vorbild, der Mutter, übernommen hat. Autofahren, Freunde, Reisen (viele Jahre Sizilien und Bayern) bereichern ihr Leben, das sie noch lange und gesund genießen möchte. Sie vermisst etwas den früher üblichen Gemeinschaftssinn bei den Menschen. Egoismus kann man eben nicht verstehen, wenn man selbst anders erzogen ist, anders denkt und anders handelt.