MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Fritz Börner
40 Jahre im selben Betrieb
Obermeister
Geithainer Str. 28
09306 Rochlitz
Aus dem gelernten Dreher wurde später ein Obermeister, aber stets fühlte sich Fritz Börner glücklich bei seiner langjährigen Firma, dem VEB Hydraulik Rochlitz. Geboren wurde er 1930 schon in der Stadt an der Mulde, die bis heute sein Zuhause blieb. Im Kreis von sechs Kindern wuchs der junge Fritz auf, sein Vater betrieb eine kleine Landwirtschaft und einen Fuhrbetrieb. Nur wurde er im Krieg eingezogen. Über sein Schicksal blieb die Familie im Unklaren, er gilt als vermisst. So fiel der Mutter die ganze Last zu, in einer Gärtnerei verdiente sie den Lebensunterhalt für die Familie. Neben seiner großen Geschwisterschar gab es für den kleinen Fritz in der Nachbarschaft an der Muldenbrücke weitere kinderreiche Familien, so dass es an Spielkameraden nie mangelte. Fritz Börner besuchte die örtliche Muldenschule von 1936 bis 1944. Damals besaß die Pittler Werkzeugmaschinen AG Leipzig einen Zweigbetrieb in Rochlitz, wo er Dreher lernen sollte. Doch mit dem Ende des Krieges (das Werk wurde als Reparationsleistung demontiert) kam auch das Aus für die geregelte Ausbildung. Zwei Jahre verdingte er sich in der Landwirtschaft im benachbarten Sachsendorf, dann konnte er 1947 wieder, nun im Getriebewerk in Penig, im Lehrberuf arbeiten, dort auch die Berufsschule besuchen, seinen Abschluss als Dreher machen, in Burgstädt die entsprechende Prüfung ablegen. Nur war auf Dauer der Arbeitsweg, auch wegen der damaligen Unzuverlässigkeit des Bahnverkehrs im Muldental, zu weit. So nutzte Fritz Börner 1950 die Chance, in die Rochlitzer Werkzeugmaschinenproduktion, dem späteren VEB Hydraulik Rochlitz (zuletzt Betrieb des VEB Kombinat ORSTA Hydraulik Leipzig) zu wechseln. In langen Berufsjahren qualifizierte er sich durch einen Meisterlehrgang, wurde Obermeister und Abteilungsleiter, für über 50 Kollegen verantwortlich. Als 1990 mit dem Ende der DDR auch ihre Wirtschaftsstrukturen in Frage gestellt wurden, war es für Fritz Börner günstig, dass er durch Vorruhestandsregelungen unkompliziert in den Rentenbezug überwechseln konnte. Seitdem widmet er sich seiner Familie und dem Garten. Ebenso wie sein Sohn gehörte er dreißig Jahre der Freiwilligen Feuerwehr von Rochlitz an. 1950 hatte er seine Frau Irmgard geheiratet, mit ihr bis zu ihrem Tod im Jahr 2017 glückliche Ehejahre erleben dürfen. Sie wurde als Irmgard Reim geboren und kam mit der Familie als Flüchtling aus dem dann polnischen Schlesien. Eigentlich aus der Landwirtschaft stammend, arbeitete sie viele Jahre als Näherin. 1951 wurde Sohn Dietmar geboren, der sich bis zum Ingenieur entwickelte und die Familie um eine Enkelin erweiterte, die wiederum drei Urenkelkinder in das Geschehen einbrachte.