MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. Dr. Ingrid Bönninger

Ich kann das, weil ich es können will

Ingrid Bönninger

Professorin für Software Engineering
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
16356 Ahrensfelde

Die Wissenschaftlerin Professor Dr. Ingrid Bönninger lernt schon sehr früh, mit schwierigen Problemen umzugehen. Noch mit über 40 Jahren lernt sie Spanisch und hält heute Vorlesungen in dieser Sprache. Anlass ist ein Forschungssemester in Costa Rica. Im Gespräch wirkt sie sehr lebhaft und temperamentvoll, man spürt, hier sitzt eine Frau, die alles mit Begeisterung und Überzeugung tut. Neben ihrer Arbeit treibt sie Sport und fährt mit dem Fahrrad, Ski oder mit dem Motorrad. Ihre Kinder, Julia und Marcus, kommen 1979 und 1982 zur Welt. Ingrid Bönninger wird 1954 in Leipzig geboren, sie legt 1973 das Abitur mit Auszeichnung ab und beendet 1977 ein Studium der Elektrotechnik an der TU Dresden mit dem Diplom. Danach erarbeitet sie als Forschungsstudentin für das Chemiefaserwerk in Guben einen Algorithmus für die Steuerung der Maschinen zur Faserherstellung. Im Jahr 1981 verteidigt Ingrid Bönninger erfolgreich ihre Dissertation. Mit ihrer Freundin, einer jungen Informatikerin lebt sie weiter im bisherigen Studentenwohnheim, später mit ihrem Mann und den beiden Kindern. Ab 1980 arbeitet die begabte Wissenschaftlerin vier Jahre als Assistentin für Informatik an der TU Dresden, wo sie an der Entwicklung der Steuersprachen für die ersten Roboter in der DDR mitarbeitet. Im Jahr 1984 zieht sie mit ihrem Mann und den Kindern nach Berlin und ist bis 1990 am Institut für Kybernetik und Informationsprozesse der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig, wo sie gemeinsam mit ihrem Vater, der Professor an der juristischen Fakultät an der Universität Leipzig ist, Unterstützungsprogramme für Hausratversicherungen, Verkehrs- und Prozessrecht entwickelt. „Das war eine sehr spannende Aufgabe“, erinnert sich Ingrid Bönninger noch heute mit Begeisterung. Sie erlebt auch Widerstand, es gibt Juristen, die sich nicht von einem PC, einer Maschine, belehren lassen wollen. Doch sie steckt nicht auf und bekommt nach 1990 sehr viel Zuspruch von westlichen Wissenschaftlern und Firmen. Mit ihren Kollegen entwickelt Ingrid Bönninger nach 1990 die ersten CD´s für Nachschlagewerke. Sie arbeitet in einer tollen Firma, die ihren Mitarbeitern sehr viele Freiheiten lässt. Nebenbei hält sie an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Vorlesungen. Im Jahr 1999 erhält Ingrid Bönninger eine Professur für Softwareengineering an der FH Lausitz, später Brandenburgische Technische Universität. Besonders gern arbeitet sie mit jungen Leuten zusammen. Sie freut sich jeden Tag auf eine spannende und abwechslungsreiche Arbeit, bei der sie selbst stets dazulernt. Seit 2016 arbeitet sie am Studiengang Medizininformatik, an Datenanalyse und Bildverarbeitung in der Medizin. Ingrid Bönninger wünscht sich vor allem, auch in den folgenden Jahren in Frieden und Freiheit leben zu können.
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