MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Friedegard Renate Böhme
Das Leben in den Griff bekommen....
Züricher Str. 64 06128 Halle
....hat Friedegard Renate Böhme und blickt stolz auf das zurück, was sie - immer auf sich selbst gestellt - erreicht hat. Leicht hat sie es dabei nicht gehabt, mancher Traum blieb auf der Strecke. Aber die Unwegsamkeiten haben sie auch stärker gemacht, findet sie heute.
1940 geboren, absolvierte sie die Grundschule und wollte gerne Kinderkrankenschwester werden. Aber zur Zeit ihrer Kindheit und Jugend waren die Kinder den Eltern noch gehorsam ergeben und so lernte sie nicht, was sie selbst wollte, sondern, was die Mutter für sie vorsah: Fachverkäuferin. Zwei Jahren Lehre folgten zwei Jahre Arbeit im Lehrbetrieb. Dann nahm sie eine Auszeit, denn Heirat, die Geburten der Kinder und deren Erziehung, sowie die Wünsche ihrer zwei geschiedenen Männer, forderten sie zu Hause. Beide Ehen liefen nicht optimal, sie selbst fand wenig Respekt, ihre Wünsche waren zweitrangig. Zeit für sie, sich endlich aus diesem Zustand zu befreien. Mit drei Kindern alleinstehend, war auch zu DDR-Zeiten kein einfaches Los. Sie wollte und musste wieder arbeiten, fand eine Anstellung im Centrum-Warenhaus. Dort beriet sie Kunden in der Schuhabteilung, der Abteilung Herrenoberbekleidung und Herrentrikotagen. Ihre Leistungen bewirkten die Beförderung zur stellvertretenden Abteilungsleiterin und später zur Abteilungsleiterin für Leuchtmittel. Letzteres, erst ein Plus für Selbstwertgefühl und Lohntüte, wurde zum Negativpunkt, als eben diese Abteilung aus dem Consument-Warenhaus ausgelagert wurde und damit ihre Stelle im neuen Handelsbereich auch neu besetzt wurde. Sie machte das Beste daraus, nahm in einer Körperbehindertenschule die Arbeit als Hilfserzieherin auf. Ihr Vorteil: 1967-1969 hatte sie im Krankenhaus in der Kinderpsychologie als Hilfsschwester gearbeitet, hatte Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln können. Sie hatte damals auch mit dem Gedanken gespielt, doch noch den Abschluss zur Kinderkrankenschwester machen zu können, aber durch Schwangerschaft und indessen drei eigene Kinder, musste sie davon Abstand nehmen. Nun war sie also wieder in einem Bereich mit Kindern aktiv, doch lange blieb ihr die Freude nicht. Eine Krebserkrankung führte zur Invalidisierung und Teilzeitarbeit im neuen Beruf bis zum Erreichen der Altersrente. Für sie lange kein Grund untätig zu sein. In der Altenpflege aktiv einer betagten Frau helfend, im familiären Kreis die Kinder unterstützend, blieb sie ruhelos. Dass Sohn Sven-Olafs 4000 Quadratmeter großes Grundstück einem Park ähnelt ist ihr Verdienst. Für Sohn Dirk Uwe und Tochter Astrid hatte sie ebenso stets helfende Hände. Ihre Liebe und ihre Menschlichkeit hat sie von ihren Eltern und ihrer Großmutter mit auf den Weg bekommen. Ihre Konsequenz hat sie das Leben gelehrt. Beides zusammen hat sie zu einem geachteten, zufriedenen Menschen gemacht, der es noch beherrscht, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen: Dem Garten, dem Lesen, dem Rad fahren.