MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred und Bärbel Bähne

Nach harten Jahren zufrieden im Alter

Manfred und Bärbel Bähne

Landwirt, Papiermacher
Landwirtin, Facharbeiterin für Lagerwirtschaft
Hauptstr. 13
09648 Kriebstein OT Erlebach

Als Manfred Bähne 1940 im westpommerschen Neudamm (heute Debno/ Polen) geboren wurde, herrschte Krieg, doch die ersten fünf Jahre erscheinen ihm im Rückblick als schöne Zeit. Dann griffen der Krieg und seine Folgen massiv in das Leben der Familie ein. Auf der Flucht vor der nahenden Front starb neben anderen Verwandten der Bruder, dann bald die gerade geborene Schwester. Sie erlebten hautnah die Grausamkeiten sowjetischer Soldaten wie wenig später der das Land in Besitz nehmenden Polen. So musste die Familie das Bauerngut verlassen. Die Mutter überlebte die Strapazen nicht, der Vater, als Soldat im Einsatz, starb kurz nach Kriegsende vor der Rückkehr zu den Seinen. So wuchs der junge Manfred bei den Großeltern im mittelsächsischen Frankenau auf. Er schloss dort den Schulbesuch ab, absolvierte dann die landwirtschaftliche Berufsschule. Als die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet wurde, erwies sich der mögliche Verdienst als schmal. Deshalb verpflichtete sich Manfred Bähne 1960 für zwei Jahre zur Nationalen Volksarmee der DDR (NVA). Die Kubakrise 1962 verlängerte seinen Dienst um einige Wochen. Ende 1962 begann er in der Papierfabrik von Kriebethal, machte noch seinen Facharbeiter als Papiermacher, wurde später Maschinenführer und litt unter dem Schichtbetrieb. Als sich 1981 mit der Jugendherberge von Falkenhain neue Möglichkeiten ergaben, nutzte er sie. Hier war er für die nächsten zwanzig Jahre bis zum Renteneintritt als Hausmeister und Haushandwerker vielseitig tätig. Beim Kirmes-Tanz in Frankenau hatte er seine spätere Frau kennengelernt, Heirat 1962. Sie wurde als Bärbel Thiemer 1943 im nahen Erlebach geboren. Auf dem Hof der Eltern, inzwischen in Eigenleistung wesentlich um- und ausgebaut, ist das Ehepaar bis heute zu Hause. Die junge Bärbel wuchs mit zwei älteren Schwestern auf, ging erst in Höckendorf, dann in Ringethal zur Schule, schloss mit der 8. Klasse ab. Die eigene Landwirtschaft der Eltern, auch ihr Vater starb früh, erforderte, dass sie Landwirtin lernte, bei der Arbeit mit den Pferden, beim Melken der Kühe ihre Aufgaben hatte. Auch sie entschied sich mit der LPG-Gründung lieber zur Arbeit in der Watte-Fabrik. Die Familiengründung, 1963 wurde Sohn Hendrik geboren, 1969 folgte Sohn Thomas, forderte Auszeiten. 1963–1981 arbeitete Bärbel Bähne in der LPG Feldbau und Tierzucht, doch dann wurde die Arbeit zu schwer und sie wechselte 1981 die Arbeitsstelle. Lager und Materialwirtschaft der Firma „Löwenbräu" Mittweida wurden für zehn Jahre ihre Berufung. Als die Brauerei nach dem Ende der DDR schließen musste, blieben ihr nur die Arbeit im Haushalt, im Garten, in den Gewächshäusern und die Sorge um die vier Enkel und sechs Urenkel. Seit 2002 besucht das Ehepaar regelmäßig die Heimattreffen der pommerschen Landsleute, konnte auch seine einstige Heimat wieder kennenlernen. Dreißig Jahre war Manfred Bähne als Hauptmann in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.
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