MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dieter und Gisela Bätz

Aus schweren Anfängen

Dieter und Gisela Bätz

Webermeister
Möbelstoffweberin
Herderstr. 9
09648 Mittweida

Nun sind sie schon 62 Jahre verheiratet, haben glückliche Jahre erlebt und den kritischen Blick auf die wechselnden Zeitläufte bewahrt. Als Gisela Hanns kam sie 1937 in Ringethal (Mittelsachsen) zur Welt. In einfachen Verhältnissen wuchs sie mit drei Geschwistern auf, im Sommer ging es barfuß und mit Schürze in die örtliche Schule, die sie von 1943 bis 1951 besuchte. Zwei Jahre dauerte ihre Lehre in der Plüschweberei von J. W. Stache. Dann arbeitete sie im Beruf, auch als daraus ein volkseigener Betrieb wurde. Im Werk lernte sie auch Dieter Bätz kennen, der von Annaberg aus nach Mittweida abgeordnet war. 1956 wurde geheiratet. Anfangs wohnte man in Großfamilie im Elternhaus, erst Jahre später konnte ihnen ein eigenes Heim von der Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG) zugewiesen werden. Gisela Bätz konnte sich in Plüsch- und Mokettweberei qualifizieren, arbeitete, bis mit dem Ende der DDR das Werk dicht gemacht wurde, als Weberin im Schichtbetrieb. Zwar wurde sie dann entlassen, war aber andererseits glücklich, dass die schwere Arbeit ein Ende hatte. Sie kümmerte sich fortan um die Mutter, unterstützte die Schwiegertochter, agierte bis zum Vorruhestand auch ein Jahr in einer Beschäftigungsgesellschaft. Dieter Bätz kam 1934 in Düsseldorf zur Welt, doch schon als er drei Jahre alt war, ging es ins Erzgebirge, erst nach Tannenberg zu den Großeltern, dann 1938 nach Annaberg, wo er ab 1940 die Schule besuchte, das Gymnasium dann aber nicht abschloss. Der Verlust des Vaters, der dem Weltkrieg zum Opfer fiel, wog schwer. Seine zweijährige Lehre absolvierte er als Posamentierer in der Textilindustrie. Er wurde Kreisbester im Berufswettbewerb, wirkte dann ein Jahr in einer Möbelstoff- und Deckenweberei in Annaberg, konnte noch den Gesellenbrief als Handweber erhalten. In Mittweida begann er als Hilfsmeister, konnte 1956 die Meisterschule besuchen und wurde dann Leiter der Mokett- und Plüschabteilung. Nach einer Zwischenstation als Versandleiter im Erlauer Zweigbetrieb des VEB Großdrehmaschinenbau „8. Mai“, begann er 1979 in der Mechanischen Kratzenfabrik von Mittweida. 1988 kehrte er in einer Musterweberei in sein gelerntes Gewerbe zurück, doch 1991 gehörte er zu jenen, die dort das Licht ausmachten. Für eine Chemnitzer Firma des Webstuhlmaschinenbaus wurde er jetzt auf Montage geschickt, zwei Jahre in Belgien und Frankreich gehörten nun zu seinem Leben, ebenso vier verrückte Wochen im Iran. Auch von Arbeitslosigkeit und Hilfsjobs wie Zeitungsaustragen blieb er nicht verschont, ging mit 62 Jahren in Rente. Der gemeinsame Sohn Michael (Diplomingenieur für Nachrichtentechnik), 1955 geboren, zwei Enkelkinder erweiterten die Familie. Weben und das Knüpfen von Teppichen gehörte zu den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen des Ehepaars.
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