MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Roland Bärthel
„Vorn spielt die Musik...“ (umgangssprachlich)
07629 St. Gangloff
Als Sohn einer Verkäuferin und eines Leitermachers 1955 geboren in St. Gangloff geboren, besuchte Roland Bärthel 1961–1969 die Polytechnische Oberschule und schloss mit der 8. Klasse ab. Mit Schulreform war die 10-Klassen-Schulpflicht bereits eingeführt, ein zeitigerer Abgang nur noch mit Einwilligung von Eltern und Schule möglich. Einschränkungen in der Lehrstellenauswahl zog eine solche Entscheidung zwangsläufig nach sich. Aus den wenig angebotenen Möglichkeiten wählte Roland Bärthel den Maurerberuf aus, lernte ihn 1969–1972 in der PGH „Aufbau“ St. Gangloff und blieb bis zur Einberufung zum Armeedienst dort tätig. Bei den Baupionieren wollte er drei Jahre dienen, dachte mittels dieser längere Verpflichtung in Wohnortnähe stationiert zu werden. Doch es kam anders: Zur Ausbildung nach Eilenburg kommandiert, blieb er dort, verlängerte seine Dienstzeit und wurde als Fahrlehrer eingesetzt. An der Unteroffiziersschule Delitzsch beendete er 1985 nach 12 Jahren seine Armeezeit, weil er den Wunsch hatte ein Eigenheim auf elterlichem Grund und Boden zu errichten. Mit dem Vater zusammen nahm er das Projekt in Angriff, im Oktober 1988 konnte er sein Haus beziehen. Aus der Armee ausgeschieden, suchte er im zivilen Bereich eine neue Arbeitsstelle und fand diese im Porzellanwerk. Seine Vorstellungen handwerklich tätig zu werden erfüllten sich nicht. Das Angebot der Arbeitsaufnahme als Inspektor Arbeitssicherheit und Brandschutz nahm er an, qualifizierte sich entsprechend. Aus betrieblichen Gründen avancierte er zudem zum Leiter Einkauf und wurde damit für die gesamte Materialbeschaffung zuständig – bis zum 1. Konkurs des Porzellanwerkes im Jahr 1993. Ab Frühjahr 1994 arbeitete er als angestellter Werkvertreter im Außendienst für das Porzellanwerk Reichenbach zehn weitere Jahre – Deutschlandweit. Die Krankheit seiner Frau erzwang berufliche Veränderung. Er wurde nun wieder in Reichenbach selbst tätig. „Als Mädchen für alles“ war er Betriebshandwerker, Maurer, Gärtner.....bis er 2007 Mitarbeiter im Brennhaus wurde (Befüllung und Leerung des Brennofens). Diese Arbeit führte er aus bis er 2015 in den wohlverdienten Ruhestand trat (EU-Rentner). Mit Ehefrau Gabriele hat er die Jahre 1975 bis zu ihrem Tod 2014 verbracht, gemeinsam die Kinder Jörg (geb. 1976, Behindertenwerkstatt) und Silke (geb. 1979, Porzellanmalerin, Hotelfachfrau) großgezogen und sich über ein Enkelkind gefreut. Sein Grundstück und sein Hektar Wald sorgen heute für Beschäftigung und Freude. Für weitere Hobbys bleibt kaum Zeit, denn der 87-jährige Vater nebenan braucht seine Unterstützung ebenso wie der behinderte Sohn. Gerne besucht Roland Bärthel mit seiner Lebensgefährtin ab und an eine Musikveranstaltung oder andere Show, nimmt dafür auch längere Anfahrten in Kauf denn eins muss sein: Vorderste Plätze für guten Blick und größtmöglichen Genuss. Möge alles noch lange so weitergehen, wünscht er sich.