MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried Büttner

In brüderlicher Eintracht

Siegfried Büttner

Diplom-Betriebswirtschaftler
Alte Dorfstr. 15 a
09573 Erdmannsdorf

Nun sind nicht mehr alle Geschwister an seiner Seite, doch der Familienzusammenhalt spielte eine große Rolle im Leben von Siegfried Büttner, welches 1941 in Kochfeld, nahe des damaligen Posen begann. Dorthin war die Familie, früher am Bug ansässig, 1940 infolge des Hitler-Stalin-Paktes umgesiedelt worden. Im Januar 1945 mussten sie, die Front rückte näher, auch diese Gegend verlassen. In Flöha war eine Schwester im Pflichtlandjahr eingesetzt. So kamen sie über Umwege im Februar jenes Jahres in diese sächsische Stadt. Im Zuge der Bodenreform erhielten die Eltern hier Land, doch bereits 1947 fiel der Vater vermutlich einem Raubmord zum Opfer. Die älteren Brüder übernahmen das Land und knüpften an die bäuerlichen Familientraditionen an. So war auch der jüngere Bruder Siegfried bald an Kühehüten und Arbeit auf dem Hof gewöhnt. Ab 1947 besuchte er die Schule in Flöha, dann folgte die landwirtschaftliche Lehre auf dem Volksgut Hohenfichte. 1959 verpflichtete er sich für drei Jahre zur Grenzpolizei, eingesetzt an der tschechischen Grenze. Seine beiden älteren Brüder gehörten zu den Mitbegründern der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) von Flöha und Siegfried Büttner sah auch hier seine Möglichkeiten. Dazu besuchte er die LPG-Hochschule in Meißen, holte dort in einem Jahr die Hochschulreife nach, konnte dann sein Studium mit Diplomabschluss fortsetzen. Zurück in Flöha übernahm er für die LPG die Lehrausbildung auf dem zugehörigen Lehrhof Erdmannsdorf, wo seine Frau Christine (Heirat 1962) für die Internatsunterbringung der Jugendlichen zuständig wurde. Später, die LPG hatte sich auf Tierproduktion spezialisiert, agierte Siegfried Büttner als Brigadeleiter. Doch den Staatsoberen erschien der eigenständige Weg des LPG-Vorstands verdächtig. Fünf Leute aus der Leitung der LPG, darunter zwei seiner Brüder, wurden mit vorgeschobenen Gründen mehrere Jahre inhaftiert und so entmachtet. Da gab es auch für Siegfried Büttner keine Karrierechancen mehr. Als die LPG mit Ende der DDR aufgelöst wurde, versuchte er sich eine Zeitlang im Bereich Lohnsteuerhilfeberatung, stieg dann für sechs Jahre im Außendienst einer von einem Kollegen gegründeten Stallbaufirma an, ehe er mit 64 Jahren in Rente ging. Mit seiner Frau Christine (2011 verstorben), die in der LPG die Kultur und den Urlauberaustausch (mit Ungarn bestehen noch immer wunderschöne Beziehungen) verantwortete, durfte Siegfried Büttner sich an drei Söhnen, vier Enkeln und der ersten Urenkelin freuen.
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