MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Annemarie und Fritz Bünger

Mit Fleiß die Herausforderungen des Lebens meistern

Annemarie und Fritz Bünger

Meister der Rinderzucht
Landwirtin

Doberschwitz 11
04703 Leisnig

Annemerie und Fritz Bünger lernen sich 1968 durch die gemeinsame Arbeit kennen, ein Jahr später heiraten sie. Für beide ist es die zweite Ehe, sie bringt fünf Kinder aus der ersten Beziehung mit, er drei. Der gemeinsame Sohn Karsten wird 1970 geboren und ergreift später ebenfalls einen Beruf in der Landwirtschaft. Die insgesamt nun neun Kinder halten von Anfang an fest zusammen. Heute sind die Büngers mit Enkeln und Urenkeln reich gesegnet. Annemarie Bünger erinnert sich noch gut an die Zeit, in der im Haus 13 Personen gewohnt haben, für die sie gekocht hat. Doch das Zusammenleben der Großfamilie klappt sehr gut, jeder übernimmt Pflichten und steuert so zu einem guten Zusammenleben bei. Heute ist aus den Kindern und Enkeln etwas geworden. Gerade darum sind die Büngers immer wieder entsetzt über die Einstellung der heutigen Gesellschaft zu Kindern. Annemarie Bünger wird 1930 geboren, erlebt den Krieg mit und denkt trotzdem an eine schöne Kindheit zurück. Schon früh gehört ein Puppenwagen und einen Kaufmannsladen zu ihrem Spielzeug, sie ist ein Einzelkind, erst als sie zehn Jahre ist, bekommt sie eine Schwester. Nach dem so genannten „Pflichtjahr“ arbeitet Annemarie Bünger auch anschließend in der Landwirtschaft bei verschiedenen Bauern und bleibt dieser Arbeit bis zur Rente treu. Sie ist eine der ersten, die bereit ist, in die LPG einzutreten, bis 1970 arbeitet sie auf dem Feld und anschließend, bis zur Berentung im Schweinestall. Fritz Bünger kommt 1936 zur Welt, zur Familie gehören insgesamt sechs Kinder. Er besucht acht Jahre die Schule und muss bereits in dieser Zeit jeden Tag nach dem Unterricht auf dem Feld arbeiten. Erst dann kann er sich an seine Hausaufgaben setzen. Heute ist er für diese Erziehung sehr dankbar. Auch nach der Schule arbeitet er bei Bauern und dient ab 1954 drei Jahre an der Grenze. Nach dem Wehrdienst geht Fritz Bünger zur Polizei, arbeitet später als ABV, wo er vor allem viele Menschen und deren Charaktere kennenlernt. Doch die Anforderungen steigen, er quittiert den Dienst und fängt 1966 in der LPG an, wo er im Rinderstall arbeitet. Die harte Handarbeit macht ihm nichts mehr aus, später qualifiziert er sich zum Meister für die Rinderzucht. Für Fritz Bünger ist die so genannte „Wende“ ein „großer Mist“. Er scheidet 1991 aus dem Berufsleben aus und füttert jeden Tag sein Schwein, einmal im Jahr wird geschlachtet. „Außerdem züchte ich Hasen für den Kochtopf“, sagt er schmunzelnd. Annemarie und Fritz Bünger sind ruhige Menschen, die das Leben nur noch gelassen nehmen. Sie sind glücklich darüber, trotz ihres hohen Alters noch bei guter Gesundheit zu sein. Fritz Bünger liest gern und löst Kreuzworträtsel, seine Frau findet Freude bei der Arbeit im Haus. Sie freuen sich immer wieder auf das Zusammensein mit ihren Kindern und wollen noch einige Zeit bei guter Gesundheit verbringen.
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