MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ilse Bähr

Eine humorvolle Frau, die gerne über den Tellerrand blickt

Ilse Bähr

Rentnerin
06667 Weißenfels
 

Ilse Bähr wurde am 09.11.1931 in Weißenfels geboren. Nachdem sie 1946 die Schule beendet hatte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Damenschneiderin, arbeitete ab 1949 bei der HO Weißenfels in der Änderungsschneiderei. Zwei Jahre lang verbrachte sie die Sommersaison in Ahlbeck, wo sie in der Bestellannahme bei einer Bäckerei arbeitete. Die Abwechslung gefiel ihr. 1955 ging es Ilse Bähr wie vielen anderen jungen Menschen – sie fühlte sich eingeschränkt und fasste gemeinsam mit einigen Freunden den Entschluss, nach Hamburg zu gehen. Dort arbeitete sie kurze Zeit als Schneiderin. Der Verdienst war jedoch sehr schlecht, also orientierte sie sich um und fing im Fernsprechämterbau an, stellte Federgewichte für die Umstellung auf den Selbstwählferndienst ein. Schließlich ging sie für denselben Betrieb auf Montage, bereiste das Rheinland und lernte in Gelsenkirchen ihren zukünftigen Mann Helmut kennen. Die beiden heirateten 1960. In der Zwischenzeit war ihr Vater gestorben. Um die Mutter nicht alleine zu lassen, ging das junge Ehepaar zurück nach Weißenfels. Dort kam im selben Jahr ihr erstes Kind, Sohn Sven, auf die Welt. Ilse bekam zunächst eine Anstellung in der Trommelfabrik, wechselte dann ins PVC-Labor nach Buna. Im 12-Stunden-Schichtsystem hat sie hat Proben genommen sowie Analysen durchgeführt und ausgewertet. Es hat ihr viel Spaß gemacht. 1962 kam Sohn Helge zur Welt, 3 Jahre später Tochter Berit. Ihre Mutter, die sie bei der Kinderbetreuung immer sehr unterstützt hatte, erkrankte an Krebs. Also gab Ilse den Job auf und unterstützte ihrerseits nun ihre Mutter, bis diese 1970 leider verstarb. Nebenbei begann sie Stricksachen für den BGH zu konfektionieren, erst in Heimarbeit, später im Betrieb. Ihre erste Ehe wurde nach 21 Jahren geschieden. Sie erkrankte an Tuberkulose, wurde kurze Zeit arbeitsunfähig. Während einer Kur in Halle lernte sie Gerhard kennen. Später wurden die beiden ein Paar, er zog zu ihr, sie heirateten. Bis 1988 arbeitete Ilse bei einem Pflegedienst, auch dieser Job hat ihr viel Freude bereitet. Nach einem Jahr als Arzthelferin nahm sie dann das Angebot für den frühzeitigen Ruhestand an, auch, weil ihr Lebensgefährte gesundheitlich stark angeschlagen war. 2008 ist er verstorben. Ilse bleibt lebensfroh und agil. Sie hat immer Sport gemacht, ging mit ihren Freunden wandern, auch z. B. in Norwegen und Österreich. Ihre Familie ist neben den drei Kindern inzwischen auf sechs Enkel angewachsen. 2008 haben sie ihr einen Kanarienvogel geschenkt. Auch kreativ ist sie weiter aktiv, neben Handarbeit ist sie seit 20 Jahren begeisterte Hobby-Keramikerin. Sie pflegt ihr Elternhaus samt Grundstück, freut sich, dass es gern als Ort der Zusammenkunft von Familie und Freunden genutzt wird. Für die Zukunft hat sie vor allem einen Wunsch: bei klarem Verstand bleiben.
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