MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sigrid Böcker

Immer aktiv und engagiert

Sigrid Böcker

Maisweg 3
06116 Halle
Fon: 0345 / 5601776

Sigrid Böcker (1946 geborene Sigrid Pasemann) wollte eigentlich nach dem Abitur 1965 Chemie studieren. Doch die Möglichkeiten hierfür bestanden nur in großen Ballungsgebieten und Voraussetzung wäre somit ein Fortgehen aus dem Elternhaus gewesen. So redeten die Eltern ihr diesen Wunsch aus und als Sie ihren Mann kennenlernte, der auch Studienabsicht hatte, entschied das junge Paar sich nicht zuzumuten zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten zu studieren, sondern das „der Reihe nach“ zu tun. Sigrid Böcker arbeitete indessen im Büro des Steinbruchs, in dem auch ihr Mann tätig war, drückte in den Abendstunden auf der Volkshochschule die Schulbank und erwarb den Abschluss als Handelskaufmann. Umgezogen nach Halle und 1966 geheiratet, wechselte sie in die Pumpenwerke und nahm 1968 ein Fernstudium an der Fachschule für Finanzwirtschaft Gotha, Außenstelle Halle auf. Als 1971 die Zwillinge Dirk und Mathias (heute Computer-Spezialisten) geboren wurden, veränderten sich die Anforderungen an die junge Familie enorm. Jetzt war nicht nur das Studium neben der Arbeit zu bewältigen, auch zwei Kinder mussten versorgt werden. Mit Wechsel in die VVB Süßwarenindustrie Halle, aus denen später das Kombinat Nahrungsmittel und Kaffee hervorging, wurden auch die beruflichen Aufgaben noch anspruchsvoller. Buchhaltungstätigkeiten wurden durch Planungstätigkeiten abgelöst. Die Strukturen des Kombinates und Zugehörigkeit von Betrieben DDR weit, erforderten eine hohe Reisetätigkeit und den direkten Kontakt zum Ministerium. Eine spannende Arbeit für Sigrid Böcker als Leiterin der Finanzplanung für die einzelnen Betriebe des Kombinates, die sie bis 1986 ausübte. Auch im Folgebetrieb, dem Stadtbaukombinat Halle, war sie für die Finanzplanung zuständig. Als „Zahlenmensch“ erinnert sie sich noch ganz genau, dass der Betrieb mit der Wende noch 585 Beschäftigte und 265 Lehrlinge hatte und dass mit den neuen Gegebenheiten sofort der Drang der einzelnen Kombinatsbetriebe einsetzte wieder die frühere Selbstständigkeit zu erlangen. Letztendlich führte das und die kompromisslose Haltung des damaligen Betriebsrates zum Zerfall des Kombinates. Sigrid Böcker war für die Abwicklung verantwortlich und schloss 1995 die Türen. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit verhalf ihr die 1992–1994 durchgeführte Qualifikation zum Bilanzbuchhalter eine Stelle als Buchhaltungsleiterin in einem Altenpflegeheim zu finden und so bis 2006 und den Übergang in die Altersteilzeit, beruflich aktiv zu bleiben. 2007 unterstützte sie die Gründung einer Wohngemeinschaft ihres Wohngebietes, um den zu DDR-Zeit typischen Zusammenhalt der Menschen neu zu beleben. Heute arbeitet sie im Vorstand. Dieser bemüht sich innerhalb des Siedlerbundes den Kontakt zur Stadt zu pflegen und für „ihre“ Bürger unterstützend der heute allgemeinen Willkür entgegenzuwirken. Ansonsten fordern Haus und Garten ihre ganze Aufmerksamkeit, betätigt sie sich in einer Frauensportgruppe und ist stolz auf ihre Kinder, die ihr fünf Enkel geschenkt haben.
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