MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Christa Burschitz

„Immer in Bewegung bleiben“

Christa Burschitz

Bachstr. 16
06766 Bitterfeld-Wolfen OT Wolfen

Den Fliegeralarm bei Wolfen in Sachsen-Anhalt hat sie während des schrecklichen Zweiten Weltkrieges als kleines Kind erlebt. Christa Burschitz aus Wolfen kam 1942 in Lodz (heute Polen) zur Welt. Ihr Vater, Geschäftsführer eines Hotels in Lodz, kehrte 1948 als Dolmetscher aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Die Mutter war Hausfrau und kam nach der Flucht mit den Kindern auf dem Lande bei Wolfen bei Bauern unter. Christa, die von 1965-2017 mit Siegfried Burschitz (im August 2017 gestorben) verheiratet war, ging zwölf Jahre zur Schule und wollte nach dem Abitur Dolmetscherin werden. Russisch und Englisch wollte sie in Leipzig studieren, was ihr aber verwehrt wurde. Begründung: Christas Vater war christlich gebunden und Mitglied der CDU. Sie begann eine Lehre zur Technischen Zeichnerin in Dessau (1960-1962) und studierte anschließend in Erfurt Gebäudetechnik an einer Fachschule (1962-1965). Dort lernte Christa ihren späteren Mann Siegfried kennen, mit dem sie zwei Kinder bekam. Tochter Antje wurde 1966 geboren und studierte in Magdeburg Maschinenbau. Sohn Alexander, Jahrgang 1971, ist bei den Stadtwerken beschäftigt. Drei Enkelkinder gehören inzwischen zur Familie von Christa Burschitz, die in der Filmfabrik Wolfen nach ihrem Studium arbeitete. Bis nach der Wende (1992) war sie in der Bautechnik im Projektierungsbüro der Filmfabrik beschäftigt. Heute schätzt Christa Burschitz ein: „Es war ein gutes Miteinander der 20 Kollegen.“ Mit 50 setzte sie sich noch einmal auf die Schulbank. Ein PR-Kurs für 23 arbeitslose Hoch- und Fachschulkader schien ihr interessant, brachte aber keinen neuen Job. Als Christas Mutter Anna, die ihr stets hilfreich zur Seite gestanden hatte, schwer erkrankte, pflegte sie die Mutter. Sie arbeitete mit 90 noch im Garten und starb kurz vor ihrem 100. Geburtstag im Jahr 2004. Beruflich kam Christa Burschitz nie wieder auf die Beine. 2002 trat sie mit 60 Jahren in die Rente. Ihr Mann Siegfried, der im Chemiekombinat Bitterfeld arbeitete und sich im Betriebsrat engagierte, hat sie immer motiviert. Das Ehepaar hat viel Schönes erlebt, pendelte seit 1976 in Sachen Urlaub und Freizeit zwischen Wolfen und Mecklenburg-Vorpommern (in Stralsund und bei Feldberg) sowie auch Ungarn. Seit Anfang der 1980er Jahre ist es Familientradition, dass man sich über Pfingsten alljährlich in „MeckPom“ trifft. Das erfüllt Christa Burschitz mit Stolz. Sie will weiterhin in Bewegung bleiben, viel lesen, vor allem Autobiografisches, und wieder mehr Klavier spielen, was sie ja mal gelernt hat. Wenn die Nachbarn nicht zu Hause sind, versucht sie sich an den Tasten ihres Instruments. Glück bedeutet für Christa Burschitz, „wenn ringsum alles stimmt“. Seit ihr Mann nicht mehr lebt, ist es schwer für sie, Anschluss zu finden, zum Beispiel bei der Arbeiterwohlfahrt, wo sich Menschen treffen. Auch der Kontakt zu Freundinnen ist überschattet von Krankheiten und Schicksalsschlägen. Doch Christa Burschitz gibt sich niemals auf.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz