MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Thomas Büchel
Ein Karosseriebaumeister kämpft sich durch
Thomas Büchel
Karosseriebaumeister
Kapellenstr. 4
99094 Erfurt-Hochheim
Fon: 0361 / 2227105
E-Mail: buechel-karosserie(at)t-online.de
Internet: www.karosserie-fachbetrieb-buechel.de
Er ist ein Kämpfer und er hat Freunde, die ihn sehr unterstützt haben. Sonst würde es das Familienunternehmen in Erfurt-Hochheim nicht mehr geben. Hier ist Thomas Büchel zu Hause, hier verdient er mit seiner Autowerkstatt, die er von seinem Vater übernommen hat, sein Geld als Karosseriebaumeister. Geboren 1968 in Vacha in der Rhön, ist Thomas Büchel zusammen mit fünf Schwestern aufgewachsen. Als er zwei Jahre alt war, zog die Familie nach Erfurt (1970). Hier ging er zehn Jahre zur Schule und lernte schon als Junge den Arbeitsalltag in einer Pkw Trabant-Vertragswerkstatt kennen. Denn sein Vater hatte sich 1979 - zu tiefsten DDR-Zeiten - selbstständig gemacht. Die Auftragsbücher waren voll, der Vater hätte Tag und Nacht arbeiten können. Als Schüler half Thomas Büchel bereits in der Autowerkstatt mit, bevor er nach seinem Schulabschluss bei seinem Vater zweieinhalb Jahre in die praktische Lehre ging. „Es war nicht leicht, denn vom eigenen Sohn wurde immer mehr verlangt. Und auf die Uhr durfte man auch nicht gucken“, schildert er seine Lehrzeit. 1987 hatte Thomas Büchel gerade ausgelernt, da kam schon der Einberufungsbefehl. Er leistete 18 Monate seinen Wehrdienst bei einem Raketenbataillon und kam im Frühjahr 1989 zurück in den elterlichen Betrieb, in dem seine Mutter die Büroarbeit leistete. Thomas Büchel qualifizierte sich weiter und erwarb 1992 seinen Meisterbrief. Nach der Wende ging es mit dem Reparieren von Gebrauchtwagen aus dem Westen lückenlos weiter. Zwischendurch hatten Vater und Sohn auch Angestellte und bildeten Lehrlinge aus. Meistens arbeiteten sie in der Werkstatt zu dritt. Als die Mutter schwer erkrankte, übernahm Vater Büchel ihre Pflege bis zu deren Tod 2009. Der Senior überschrieb die Firma im selben Jahr an seinen Sohn. Thomas Büchel arbeitete bis 2013 mit zwei Angestellten. Ein schwerer Sportunfall zwang den Unternehmer in eine Pause. Er musste den Betrieb schließen. 2014 startete er neu. Neben Karosseriearbeiten repariert der Einzelkämpfer Bremsen und Stoßdämpfer, meist von Unfallwagen aller Automarken. Auch Lackierarbeiten übernimmt er. „Ich würde erweitern, ausbilden und Leute einstellen, aber es will keiner mehr machen“, spricht er aus Erfahrung. Thomas Büchel, der unverheiratet ist, nennt es Glück, wenn die Firma läuft. Die Stammkunden sind ihm treu geblieben. Er hat noch viel vor mit dem Um- und Ausbau und ist stolz auf das, was er bisher geschafft hat. Wenn er nicht in der Werkstatt ist, fährt der Thüringer Fahrrad, um zu entspannen. Mit Motocross, seinem einst liebsten Hobby, ist Schluss. Thomas Büchel lebt gern in seiner Region und weiß Freunde an seiner Seite. Das ist für ihn ein gutes Gefühl.