MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Regina und Reinhard Busch
Verantwortung, Vertrauen, gemeinsame Abstimmung
Kesselwärter
Kindergärtnerin
07368 Remptendorf
Der 1946 geborene Reinhard Busch hatte keine große Wahl, als er sich nach der 8. Klasse für eine Berufsausbildung entscheiden musste. Der Vater sah seine Zukunft in der elterlichen Bäckerei und so lernte er in dieser den Bäcker-Beruf. Doch gut aufgehoben fühlte er sich nicht, blieb nur noch ein Jahr als Geselle mit einem spärlichen Lohn von 480 Mark monatlich. In den Leunawerken fing er als Hilfsheizer an, absolvierte in der Abendschule eine Ausbildung zum Staatlich geprüften Kesselwärter. 1965–1968 war er so tätig, bevor ihn das Fernweh packte. Er bewarb sich bei der Deutschen Seereederei, wurde angenommen und fuhr als Kesselwärter bis 1970 zur See. Die Arabischen Länder, Südafrika, Kenia, Äthiopien, Schweden sah er, die Äquatortaufe erlebte er. Neuen Ambitionen erliegend, kündigte er, fing in den Keramischen Werken Hermsdorf an. 1972 heiratete er seine Frau Regina, zog im Zuge dieser familiären Veränderung nach Thimmendorf. Beruflich bedeutet das erneute Veränderung. In Ermanglung eine neuen Kesselwärterjabs fing er im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb an, wurde dann als Leiter für die Heizanlage der großen Schweinemastanlage im Ort geworben. Der Bau eines Kesselhauses des Feingusswerks Bad Lobenstein bot neue Perspektive. 1983–2005 war er durchgehend als Schichtführer in diesem Heizhaus tätig, selbstverständlich mit verändertem Berufsbild nach der Wende. Dazulernen war angesagt. Der beruflichen Verantwortung mussten stets die familiären Belange untergeordnet werden. Ehefrau Regina, geb. 21.09.1946, trug das mit, übernahm für die Kinder Kathrin (geb. 1973, Hebamme, Heilpraktikerin), Anke (geb. 1977, Polizeibeamtin) und Susanne (geb. 1977, Apothekerin) vorwiegend die Erziehungs- und Betreuungsaufgaben. Das fiel ihr nicht schwer, denn auch beruflich war sie mit Kindern befasst. Nach der 10. Klasse hatte sie die Fachschule in Gotha besucht, war Kindergärtnerin geworden, weil sie der Quotenregelung zum Opfer gefallen war und den Traumberuf Lehrerin nicht realisieren konnte. Ihre erste Stelle trat sie in Remptendorf an, wechselte zwei Jahre später nach Friesau und hatte fünf Jahre danach das Glück in Thimmendorf eine Planstelle zu erhalten. Wohn- und Arbeitsort waren nun eins und sie erzählt, dass sie teilweise Kinder betreut hat, deren Eltern schon bei ihr im Kindergarten waren. Das verbindet mit der Region, wie auch das gekaufte Haus und die ehrenamtliche Tätigkeit ihres Mannes bei der Freiwilligen Feuerwehr seit 1973. Als Leiter der Brandschutzgruppe, Zugführer des Kreisbrandschutzzuges war er bis 1989 aktiv, danach Mitbegründer und Mitglied des Thimmendorfer Feuerwehrvereins. Sein Kommunikationsbedürfnis verbindet er heute mit dem Wunsch noch einer Arbeit nachzugehen und ist im Wachschutz des Sägewerkes aktiv. Darüber hinaus bieten Haus, Hof, Garten und Wald genug Betätigsfeld und so wünscht sich Familie eigentlich darüber hinaus nur noch gesund zu bleiben, um die drei Enkelkinder in der Entwicklung beobachten zu können.