MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa und Reinhard Butz
Der Kampf für Minderheiten und ein Leben im Paradies
Krankenschwester
Ingenieur für Pflanzenschutz / Diplomlandwirt
07907 Oettersdorf
Christa Butz – eine beeindruckende Frau mit Vorbildwirkung – kämpft. Sie kämpft für Leute, die leicht in Vergessenheit geraten – für Alte, Kranke, Behinderte und Kinder. Zu Teil wurde ihr für selbstlosen Einsatz für das Gemeinwohl eine Auszeichnung des Sozialministeriums – die „Thüringer Rose“. Voller Bescheidenheit würde sie diese am liebsten mit allen Menschen teilen, deren Engagement anderen Leuten dient.
Die ausgebildete Krankenschwester stieg zur Stations- wie Oberschwester auf und fungierte als Lehrausbilderin. Als sie während der Wendezeit selbst von schwerer Krankheit betroffen war, musste sie ihren Beruf aufgeben, allerdings nicht, ohne auf vielen anderen Ebenen humanitäre Bemühungen walten zu lassen. U. a. arbeitete sie an der Vervollkommnung der Arbeiterwohlfahrt, ist Gesellschafterin in der Gesellschafterversammlung der WfB-Behindertenwerkstätten gGmbH Ostthüringen und bearbeitet im Sozialamt Schleiz Widersprüche der Bürger. Sie war Abgeordnete mit SPD-Mandat und konnte auf all ihren Positionen ihren Beitrag leisten.
Ehemann Reinhard, 1944 in Nossen als Sohn einer Hausfrau und eines selbstständigen Schneiders geboren, hätte gern das Abitur abgelegt. Da sein Vater nicht der Arbeiterklasse angehörte, blieb ihm dies verwehrt. Nach Klasse 10 absolvierte er in Morgenröthe-Rautenkranz eine Lehre zum Forstfacharbeiter und trat während dieser Zeit aus politischen Gründen aus der Freien Deutschen Jugend aus. Seine Arbeit nahm er im Forst auf, gehörte darüber hinaus der Einheit „Fliegende Motorsäge“ an und galt damals als bester Motorsägenführer im StFB Dresden.
„Da vor einem Studium der Forstwirtschaft möglichst eine dreijährige Armeezeit oder der Beitritt zur SED abzuleisten war, wählte ich, weil ich beides nicht wollte, ein Studium des Pflanzenschutzes. Nach zwei Jahren Studium sollte für die Männer vormilitärische Ausbildung sein, für die Frauen war eine Rot-Kreuz-Ausbildung angesagt. Da ich die Möglichkeit eines Dienstes in der Armee ohne Waffe (Spatensoldat) aus christlichen Motiven heraus in Anspruch nehmen wollte, wählte ich die Rot-Kreuz-Ausbildung. Die Fachschulleitung setzte daraufhin die Klassen unter Druck, sie sollten Exmatrikulationsantrag stellen. Obwohl zwischen dem damaligen Bischof Mitzenheim und dem Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht diese Möglichkeit des Dienstes ohne Waffe aus Glaubens- und Gewissensgründen vereinbart war, wollte man mich vom Studium ausschließen. So musste ich mich zum aktiven Dienst mit der Waffe bereit erklären um das Studium beenden zu können. Seltsamerweise wurde ich nie einberufen. So konnte ich in Schleiz in der sogenannten „Pflanzenschutzstelle“ und nach der Wende im Landwirtschaftsamt arbeiten. Meine Kenntnisse sind bis heute im Ruhestand gefragt. Beide gehören wir der evangelischen Freikirche an und arbeiten gern auf unserem Grundstück im Garten und auf dem Feld“, erzählt Reinhard Butz.