MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wilfried Büchner
Durch die Wechselfälle des Lebens
Rentner
Ziegeleistr. 6
04741 Roßwein
Das harte Leben der von der Landwirtschaft geprägten Großeltern ist ihm eindrucksvoll im Gedächtnis. 1950 wurde Wilfried Büchner im Dorf Cörmigk (Sachsen-Anhalt, zwischen Bernburg und Könnern) geboren. Die berufliche Tätigkeit des Vaters, Technischer Direktor im VEB Achsen-, Federn- und Schmiedewerke „Hermann Matern“ in Roßwein, führte 1953 ins Mittelsächsische. Hier besuchte er die Geschwister-Scholl-Schule, schloss mit der 10. Klasse ab, erlebte dabei als besonderes, später nicht fortgeführtes Projekt, dass mit den beiden letzten Schuljahren die Berufsbildung parallel lief, die Schlosserlehre danach schon in einem Jahr bewältigt werden konnte. Im Schmiedewerk fing Wilfried Büchner im Dreischichtsystem an, eingesetzt als Härter und Bieger bei der Herstellung von Blattfedern für Kraftfahrzeuge, arbeitete an der Warmbehandlungsstraße. Zwar besuchte er ein Jahr lang die Gewerkschaftsschule, wurde als hauptamtlicher Vorsitzender der Betriebsgewerkschaftsleitung eingesetzt, doch die Arbeit am Schreibtisch war nichts für ihn. Aber achtundvierzig Jahre sollte er Betrieb und Metier treu bleiben, auch wenn er erleben musste, dass mit dem Ende der DDR und der sozialistischen Betriebsweise von den 1.800 Angestellten des einst volkseigenen Werkes kaum 150 in der heutigen Mahle Roßwein GmbH blieben. Bis zum Übergang in den Ruhestand Ende 2013 war Wilfried Büchner in der Endfertigung tätig.
Zwischendurch hatte es ein Leben als Berufssoldat geben sollen, für zehn Jahre in der Nationalen Volksarmee der DDR hatte er sich verpflichtet, die Unteroffiziersschule besucht, war in Neubrandenburg eingesetzt, als 1970 die erste, inzwischen verstorbene Tochter mit einer schweren Behinderung auf die Welt kam. Erst wurde ihm die Versetzung ins heimatnahe Döbeln zugestanden, dann dufte er nach knapp zwei Jahren den Dienst ganz quittieren, widmete sich wieder seinem Beruf im Federnwerk und den familiären Pflichten, 1972 wurde die zweite Tochter geboren. Letztere bereicherte das Familiengeschehen um zwei Enkelkinder.
Der Schulfreund Volker, sie wuchsen im selben Haus auf, blieb bis heute bester Kamerad. Irgendwie zur Familie gehörten auch die Hasen, von denen zeitweise bis zu 40 Stück in seiner Zucht gediehen.