MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hannelore Bühring

Immer in Bewegung

Hannelore Bühring

Ballettmeisterin / Rentnerin
Eisenacher Str. 28
12629 Berlin

Für ein Mädchen mit jüdischem Vater, 1931 in Weimar geboren, war es ein schwieriger Start ins Leben. Zwar ging die Familie 1936 in die Schweiz, aber die Rückkehr 1938 nach Weimar, wo der Vater ein Hotel besaß, erwies sich als verhängnisvoll. Nach kurzer Zeit wurde er verhaftet, kam im Konzentrationslager Buchenwald ums Leben. Die Mutter führte das Hotel weiter, musste aber erleben, wie den Kindern der Schulbesuch verboten wurde, sie während der Bombardements die Schutzräume nicht betreten durften. Das Mittanzen im Kinderballett des Weimarer Theaters gab etwas Halt. Als der Krieg und damit die Naziherrschaft 1945 zu Ende waren, durfte Hannelore Bühring endlich wieder zur Schule gehen, blieb aber dem Ballett auch dann verbunden, als die Familie nach Erfurt wechselte, wo sie an der dortigen jüdischen Schule die 8. Klasse abschloss. Am Weimarer Nationaltheater wurde sie danach zur professionellen Ballerina ausgebildet (Abschluss 1954), ging ins erste Engagement ans Stadttheater Jena. Bühnen verschiedenster Städte lernte sie nun durch zeitlich befristete Verpflichtungen oder Tourneen kennen. An den staatlichen Ballettschulen von Leipzig, dann Berlin erwarb sie Anfang der sechziger Jahre einen Abschluss als Trainingsmeisterin. Am Folklore-Tanzensemble Neustrelitz sammelte sie danach sechs Jahre lang Erfahrung in Trainingsleitung und Ausbildung. Im folgenden Engagement am Metropol-Theater Berlin begann sie mit einem Choreographie-Studium, um sich als Ballettmeisterin zu qualifizieren. Sechs Monate dieser Ausbildung konnte sie am Leningrader Bolschoi-Studio absolvieren. Zurück in der DDR arbeitete sie freischaffend als Tänzerin und Choreographin. Auftritte führten sie auch in die Sowjetunion bis nach Sibirien, nach Vietnam und Zypern. Als die Füße schwerer wurden, entschied sie sich für den Wechsel ins Kulturmanagement. Sie arbeitete für den Berliner Kulturpark, organisierte Veranstaltungen dort wie im Palast der Republik. Daneben unterrichtete sie Kinder in der Vorausbildung für die Ballettschule, betreute Amateurtanzensembles. Seit 1991 ist sie Rentnerin, kümmerte sich noch beratend um das Hellersdorfer Kulturleben, arbeitete im Mieterbund mit, engagierte sich ehrenamtlich für den sozial orientierten Verein „Sophia“. Die Liebhaberin sakraler Bauten und der Ikonenmalerei fühlt sich dem Tanz, der Freude an der choreographierten Bewegung auch im hohen Alter verbunden.
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