MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred und Gertraud Buhrig
Vom Berufsethos durchs Leben getragen
Fleischermeister
Fachverkäuferin
Roßweiner Str. 51
04720 Döbeln
Arbeiten mussten beide früh lernen. Manfred Buhrigs Eltern betrieben eine Fleischerei. Als Ältester von drei Jungen 1940 in Döbeln geboren, war schon der junge Manfred neben dem Schulbesuch vom strengen Vater zur Arbeit angehalten. Doch auch die Familie verschonte einst der Hunger nicht, denn der Vater blieb bis Ende 1946 in Kriegsgefangenschaft, die Fleischerei geschlossen. Manfred Buhrig besuchte die Döbelner Schloßbergschule von 1946 bis 1954, begann dann eine dreijährige Lehre bei Fleischermeister Alfred Thomas, der sein Berufsethos prägen sollte. Zwar wurde auf Arbeitszeitregelungen keine Rücksicht genommen, aber man war in finanzieller Hinsicht schon großzügiger. Meister Thomas muss viel von dem jungen Mann mit handwerklichem Geschick und schneller Auffassungsgabe gehalten haben, denn er ermöglichte ihm den fast sofortigen Besuch der Meisterschule in Döbeln und Leipzig. Die Handwerkskammer Leipzig nahm die Prüfung ab, obwohl er die drei geforderten Gesellenjahre noch gar nicht absolviert hatte. 1958 wurde die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Fleischer Döbeln installiert. Manfred Buhrig wurde Gründungsmitglied und bald als Leiter der Abteilung Wurstwaren eingesetzt, lernte mit Geschick die meist älteren Mitarbeiter zu führen. In den letzten Berufsjahren wurde er stellvertretender Vorsitzender der PGH, doch die harte und schwere Arbeit verschliss vorzeitig seine Leistungskraft. So nahte gesundheitsbedingt schon 1990 der Ruhestand, berentet durfte er nur noch kurze Zeit und für wenige Wochenstunden seiner gewohnten Arbeit nachgehen. Die früher übliche Hausschlachterei hatte er einst nur für sich und wenige Privatkunden betrieben.
Seine Frau kam als Gertraud Wint 1940 in Luckau (Niederlausitz) auf die Welt. Als Mittlere von fünf Schwestern wuchs sie auf. Der Vater arbeitete als Böttcher. Von 1947 bis 1955 besuchte sie die Schule in Luckau, wurde anschließend bei der Konsumgenossenschaft zur Lebensmittelverkäuferin. Streng wie lehrreich war ihre Ausbildung in einer Zeit, als noch Lebensmittelmarken eingesammelt werden mussten, Quark und Butter usw. lose verkauft wurde. Mit der Heirat 1963 kam sie von Luckau nach Döbeln, wurde bald in der PGH Fleischer als Verkäuferin gebraucht und blieb bis zum Renteneintritt, auch als die PGH nach 1990 zur Döbelner Fleischwaren GmbH wurde. Beide Söhne verstarben zu früh, der jüngere, Michael, 1966 geboren, schon mit 17 Jahren, der ältere, Joachim, Jahrgang 1960, im Jahr 2010. Durch Joachim wurde die Familie um zwei Enkel und inzwischen fünf Urenkel bereichert. Interessante Landschaften schätzen beide Ehepartner, waren zweimal im brandenburgische Rheinsberg und mehrfach abwechselnd in der Hohen Tara und am Balaton in Ungarn. Noch heute faszinieren Manfred Buhrig Burgen und Festungsbauten in nah und fern.