MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Liesbeth Buck
Landwirtin mit Leidenschaft
Landwirtin
Altes Dorf 15
06237 Leuna-Zöschen
Fon: 034638 / 37741
Wer Pferde, Kühe, Schweine, Hühner aufzieht, hat immer zu tun. Die Arbeit auf dem Feld, auf dem Hof und im Stall war Liesbeth Buck seit jungen Jahren vertraut, denn ihre Eltern in Witzschersdorf (Kreis Merseburg), wo sie 1934 geboren wurde, besaßen 30 Hektar Land und betrieben eine Pferdezucht. Da mussten sie und die drei jüngeren Geschwister zeitig mit anpacken. Im Heimatort besuchte die junge Liesbeth die Volksschule (alle Jahrgänge in einem Raum), der Lehrer empfahl die Weiterführung auf der Mittelschule, doch mitten im Krieg schien ein tägliches Pendeln in die Stadt als zu gefährlich. Nach der Konfirmation übersiedelte sie auf den Hof der Großeltern in Zöschen (heute Ortsteil von Leuna), denn der Großvater brauchte Hilfe, die Großmutter war schon gestorben, der Sohn, vorgesehener Hoferbe, dem Krieg zum Opfer gefallen. Dazu besuchte sie die landwirtschaftliche Berufsschule in Zöschen und Merseburg. 1952 heiratete sie Alfred Buck, der aus Ostpreußen stammte, nun im Sachsen-Anhaltinischen eine Stellung als Kutscher hatte. Vierzig Jahre, bis zu seinem Heimgang 1992, stand er nun fest an der Seite von Frau Liesbeth. 1952 wurde die Tochter Gisela geboren, 1955, 1956 und 1958 kamen die Söhne Arndt, Harald und Wilfried, 1965 folgte noch Tochter Ute. Acht Enkel brachten diese zur Familie hinzu, inzwischen ist Urenkel Paul der Liebling von Liesbeth Buck. Wie sie es selbst gelernt hatte, auch ihre Kinder waren von Jugend an in das Geschehen auf dem Hof tatkräftig eingebunden. 1958, im selben Jahr in dem der Großvater starb, gehörten Bucks mit zu den ersten, die mit anderen Bauern des Dorfes eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gründeten, ihre 14 Hektar Land einbrachten, das Vieh anfangs noch selbst versorgten. Zu Beginn war Alfred Buck sogar Vorsitzender der LPG. Liesbeth Buck arbeitete erst hauptsächlich auf dem Feld, doch da die Kinder zu betreuen waren, wechselte sie für lange Jahre in den Kuhstall der LPG, bis sie mit deren Auflösung 1990 die Zeit für den Ruhestand gekommen sah, das zurückerhaltene Land nun an die neu gegründete Agrargenossenschaft Kötzschlitz verpachtete. Um den Hof kümmert sich neben ihr nun einer der Söhne, ein paar Schafe werden immer noch gehalten.
Kirchliche Kreise bieten ihr menschliche Begegnungen, lange Zeit amtierte sie auch als Kirchenälteste. Im Tagebuch hat sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen notiert.