MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erika und Dieter Bumke
Der Schlüssel zur Zufriedenheit
Zigarrenrollerin, Traktoristin i. R.
Hauer und Meister für landtechnische
Instandhaltung i. R.
Tautendorf 16 A
04703 Leisnig OT Tautendorf
Erika und Dieter Bumke können auf eine beachtliche Lebensleistung zurück blicken, wobei sie dennoch Bescheidenheit begleitete. Unverwöhnt, steckten sie ihre Kräfte in Beruf und Familie und hatten stets einen Spruch parat: „Was wir haben, haben wir und was nicht, eben nicht.“ Was sie hundertprozentig haben, ist mit ihren Kindern Petra, Ute, Bärbel und Frank sowie neun Enkelkindern ohnedies ein unermesslicher Reichtum, den ihnen niemand nehmen kann.
Geboren wurde Erika Bumke am 22.10.1939 in Seifersdorf. Nach der Schule ließ sie sich zur Zigarrenrollerin ausbilden, wechselte nach der Lehre jedoch an die Textilwerke Hartha. Nach Geburt der Kinder kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück, rollte Zigarren in Heimarbeit und schlug später eine vollständig andere Richtung ein.
Mit Wechsel an die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft nutzte sie die Möglichkeit, den Führerschein für Lastkraftwagen zu erwerben und belegte beim Leistungspflügen den zweiten Platz. Nach der Wende war sie für drei Jahre damit betraut, die LPG aufzulösen. Mit 60 Jahren ging Erika Bumke in Rente, fand allerdings nochmals eine schöne Herausforderung. Sechs Jahre lang übernahm die Pensionärin Kurierdienste für den Blutspendedienst Haema und erlangte nochmals große berufliche Zufriedenheit.
Dieter Bumke, geboren am 22.03.1939 in Dieck / Pommern, wurde kriegsbedingt der Heimat vertrieben. Trotz seiner jungen Jahre erlebte er diese Flucht bewusst und erinnert sich einer bitteren Odyssee. In Torgau eingetroffen, verbrachte die Familie zwei Monate in einem Lager, wurde von dort aus in ein weiteres Lager nach Eisleben geschickt und erhielt endlich die eigene Wohnung.
Während seiner Lehre ließ sich Dieter Bumke zum Hauer ausbilden und wechselte im Anschluss als Fräser zu Textima in Leisnig. Des Weiteren im angegliederten Portalfräswerk beschäftigt, wurde er während dieser Zeit von einer schweren Gelbsucht heimgesucht und durfte fortan nicht mehr im Schichtbetrieb tätig werden. Neue Möglichkeiten bot der Werkzeugbau, bis er ein Angebot annahm. 1964 zog er mit seiner Familie nach Tautendorf, wurde als Schlosser bei der LPG eingestellt und übernahm sonstig anfallende Arbeiten mit. Den Meisterabschluss erhielt er 1977 und kam bis 1993 als Meister seinen Aufgaben nach. In jenem Jahr führte ein schwerer Unfall von einer Operation in die nächste. Am 16.12.1994 erhielt er die Kündigung.
Holz- und Schlosserarbeiten kommt er bis heute in der eigenen Werkstatt nach, während seine Frau vom nahe gelegenen Reiterhof nicht wegzudenken ist und ihn beinahe täglich besucht. Bescheiden sind Bumkes noch immer: „Was wir nicht haben, haben wir eben nicht.“ Dies ist der Schlüssel zu ihrer Zufriedenheit.