MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Max und Ruth Burkhardt

Positive und negative Erfahrungen in zwei Systemen

Max und Ruth Burkhardt

Säureschutzfacharbeiter
Verkäuferin, Verkaufsstellenleiterin
Dr. Friedrichs-Str. 36

04769 Mügeln

Max und Ruth Burkhardt lernen sich während einer Reise am Abend des 31. Dezember in Wroclaw kennen, im Oktober 1975 heiraten sie und beziehen ihre gemeinsame Wohnung in Mügeln. Im Jahr 1977 wird der Sohn Jan, zwei Jahre später die Tochter Ute geboren, die heute beide im Büro arbeiten. Die Burkhardts sind davon überzeugt, dass die Betreuung der Kinder in der DDR besser funktionierte und auch noch heute im Osten besser ist. Max Burkhardt wird 1949 in Wurzen geboren und verlebt hier eine unbeschwerte Kindheit. Ursprünglich will er Handwerker werden, nach dem Abschluss der achten Klasse erlernt er schließlich drei Jahre den Beruf eines Säureschutzfacharbeiters und fährt schon als Lehrling auf Montage mit. Nach dem anderthalbjährigen Wehrdienst kehrt er in seinen Betrieb zurück und ist bis 1989 immer wieder auf Montage. Max Burkhardt lernt ein sehr gutes Arbeitsklima kennen und schätzen, aber auch die Aggressivität von Milchsäure bei Arbeiten in einer Molkerei in Cottbus. Bis heute denkt er gern an die Einsätze im Donezk-Becken und nach 1990 in den Benelux-Staaten zurück. Doch die Aufträge gehen aus, im Jahr 2003 wird Max Burkhardt arbeitslos und findet schließlich fünf Jahre später eine Anstellung bei Amazon. Er arbeitet hier als Staplerfahrer, die Bezahlung ist gut und erfolgt pünktlich. Doch das Betriebsklima verschlechtert sich im Laufe der Zeit immer mehr, ein Zusammenhalt der Kollegen ist ausdrücklich nicht oder auch nicht mehr erwünscht. Im Jahr 2014 kann Max Burkhardt in die Rente gehen. Ruth Burkhardt kommt 1947 in Mügeln zur Welt und denkt ebenfalls gern an eine behütete Kindheit zurück. Im Jahr 1962 schließt sie die Schule mit der achten Klasse ab und beginnt eine dreijährige Lehre als Lebensmittelverkäuferin. Ab 1965 arbeitet sie in verschiedenen Läden und lernt noch das „Anschreiben“ kennen. „Die Menschen damals waren ehrlicher und ich selbst auch zufriedener“, fasst Ruth Burkhardt ihre Erinnerungen an diese Zeit zusammen. Sie steigt später zur Verkaufsstellenleiterin auf und übernimmt so Verantwortung. Im Jahr 1993 kündigt ihr der Konsum, seit 2012 ist sie Rentnerin. Die Burkhardts schätzen Hilfsbereitschaft und Vertrauen und sind stolz auf ihr Leben und ihre gut erzogenen Kinder. Heute genießen sie ihr Rentnerleben und verbringen viel Zeit miteinander und mit ihren Kindern, die ihnen sehr wichtig sind. Ärgern tun sie sich über die Baupolitiker in ihrer Region, die oft nicht in der Lage sind, auf konkrete Fragen auch ebenso konkret zu antworten. Max und Ruth Burkhardt wollen bei guter Gesundheit sehr alt werden und die 100 Jahre erreichen. Auch dafür spielt Max Burkhardt immer noch im Faustballverein Wurzen mit, wo er schon als Schüler trainierte und kämpfte.
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