MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Joachim und Ursula Bunge
Seite an Seite das Leben gemeistert
Ingenieur für Bergbau und Erzieherin
06766 Wolfen
Joachim und Ursula Bunge lernten sich früh kennen und lieben. Heute können sie auf 56 gemeinsame Ehejahre zurückblicken, sie haben zwei Söhne großgezogen und sind stolze Großeltern von 5 Enkeln. Joachim wurde am 15.03.1938 in Wolfen geboren. Nach der 10. Klasse ging er an die Ingenieurschule Senftenberg und schloss diese 1958 als Ingenieur für Bergbau ab. Ursula wurde am 30.09.1939 in Liegnitz/Schlesien geboren. Die Familie flüchtete ins Vogtland, der Vater starb kurz nach Kriegsende. Ursula verbrachte einen Teil ihrer Schulzeit bei ihrem Onkel in Magdeburg, ging nach dem Abschluss der 8. Klasse auf die Pädagogische Fachschule. Kurz vor ihrem 17. Geburtstag war sie ausgebildete Erzieherin und fing in Senftenberg im Kinderheim an. Dort traf sie dann auf Joachim. Nach der Ausbildung ging er zurück nach Wolfen, fand eine Anstellung im Braunkohlewerk Bitterfeld. Er wollte in der Nähe seiner Eltern bleiben, also zog Ursula zu ihm. Seitdem wohnen die beiden gemeinsam in Joachims Elternhaus, anfangs stand ihnen und den beiden Söhnen nur ein Schlafzimmer zur Verfügung. Ursula arbeitete in verschiedenen Kindergärten, war nach der Geburt der beiden Söhne kurze Zeit zu Hause. Später wurde sie Leiterin einer Kindertageseinrichtung – und ist heute in Wolfen bekannt wie ein bunter Hund. Joachim arbeitete im Braunkohlewerk zunächst als Sicherheitsinspekteur, dann als Steiger bzw. Fahrsteiger im Tagebau Goitzsche. Mit 26 Jahren wurde er noch für anderthalb Jahre zur NVA berufen. Er absolvierte die Unteroffiziersschule in Eilenburg, den restlichen Dient konnte er in Wolfen ableisten. Mit Rückkehr in seinen alten Betrieb fing er im Bereich Geotechnik an. Vier Jahre hielt er die kommissarische Leitung der Geotechnik inne, war anschließend Gruppenleiter im Raum Süd. Er hat maßgeblich mitgewirkt am Aufbau des neuen Tagebaus in Breitenfeld und es traf ihn hart, als dieser aufgrund der Wende nicht mehr in Betrieb gehen konnte. Dennoch hatte er Glück im Unglück: Er war kurze Zeit in der Sanierungsfirma MIBRAG und konnte so der Entlassungswelle entgehen, die alle Mitarbeiter der Jahrgänge bis 1940 in seinem alten Betrieb betraf. Als er wieder in die inzwischen umbenannte LMBV einstieg, wurde sein Know-how anerkannt und er arbeitete weiter, bis er 2002 wohlverdienter Rentner wurde. Ursula und Joachim verbringen ihre Freizeit heute gerne „in Haus und Hof“. Sie teilen das Elternhaus inzwischen mit Sohn Sven und seiner Familie. Außerdem sind sie Mitglieder im Siedlerverein und sportlich interessiert. Für die Zukunft wünschen sie sich vor allem Gesundheit für sich und ihre Lieben.