MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang Budzin
„Unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald“
Landforstmeister i. R.
Tannenkrug 2
17033 Neubrandenburg
Die Liedzeile zum Lob und Schutz der Natur wird auch Wolfgang Budzin im Gedächtnis geblieben sein. Lange Jahre waren die mecklenburgischen Wälder, die Fische in den Seen, die Vögel in den Wipfeln und die heimische Tierwelt sein Metier.
Geboren wurde er 1935 in Guben an der Lausitzer Neiße. Die jungen Jahre waren überschattet von Kriegszeiten. Als die Rote Armee anrückte, musste die Familie das Kampfgebiet Richtung Spreewald verlassen, durfte am Kriegsende zurück, aber der Teil der Stadt auf der östlichen Seite der Neiße wurde zum polnischen Staatsgebiet, Familie Budzin zu Umsiedlern, die in der Altmark untergebracht wurden. In Wernstedt besuchte er 1945/49 die Grundschule, begann im Herbst 1949 als Forstlehrling im Revier Zichtau (Forstamt Kötze). 1952 legte er seine Facharbeiterprüfung ab, fand beim Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Gardelegen Aufgaben. Doch sein Bestreben war es, sich weiterzuentwickeln. Die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) in Halle/ Saale bot dazu die Möglichkeit. Mit dem Abiturzeugnis in der Hand verließ er 1954 Halle in Richtung Sachsen. An der Fakultät für Forstwirtschaft in Tharandt (Teil der Technischen Hochschule Dresden) lernte er nicht nur die theoretischen Grundlagen der Försterei, sondern auch seine Mitstudentin und ab 1966 auch Ehefrau Rita kennen (1935 in Leipzig geboren). 1960 konnten sich beide Diplom-Forstingenieur nennen. In den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieben Mecklenburgs eingesetzt, durften sie nun vielseitige Aufgaben wahrnehmen. Rita Budzin promovierte 1970 an der Technischen Universität Dresden, legte noch ein pädagogisches Hochschulexamen ab, arbeitete danach in der Weiterbildung und als Fachschuldozentin. Sie verstarb bereits 2011. Wolfgang Budzin startete als Betriebsassistent in Dargun, wurde aber schon im Herbst 1960 mit der Leitung der Oberförsterei Neubrandenburg beauftragt. Erfahrene Revierförster halfen dem Fünfundzwanzigjährigen kollegial, sich in die Aufgaben einzuarbeiten. 1968 wechselte er zum Rat des Bezirkes Neubrandenburg als Leiter der Arbeitsgruppe Forst, Jagd und Naturschutz, durfte sich ab da Landforstmeister nennen, avancierte 1975 zum stellvertretenden Leiter der Abteilung Forstwirtschaft. 1991 entließ der Landwirtschaftsminister des neu errichteten Landes Mecklenburg-Vorpommern den ausgewiesenen, aber unverständlicherweise als entbehrlich angesehenen Fachmann in den Vorruhestand.