MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Rainer Buchmann
Ein Mann, der weiß, was er will
Statiker / Rentner 04275 Leipzig 1983 ausgezeichnet mit dem „Preis für Städtebau und Architektur der Stadt Leipzig“ (zusammen mit dem Architekten Peter Dick)
Rainer Buchmann, 1935 in Hettstedt/Südharz geboren, wuchs in einer christlich orientierten Familie auf. Der Vater, ein kaufmännischer Angestellter, wurde nach Kriegsende aufgrund einer Denunziation in Arbeitslagern interniert; die Mutter war Hausfrau. Da die SED-Oberen gegen die Kirchen restriktive Maßnahmen ergriffen und Rainer Buchmann Mitglied der Jungen Gemeinde war, durfte er das Abitur zunächst nicht ablegen. „Stattdessen musste ich zur ‚Bewährung’ in die ‚sozialistische’ Produktion. Da arbeitete ich in der Kupferhütte in Hettstedt“, erzählt Rainer Buchmann. 1954 machte er doch noch das Abitur. Weil er sich für die Lösung theoretisch-mathematischer Probleme und technischer Aufgabenstellungen interessierte, wollte er an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale Mathematik/Physik studieren, doch er erhielt keine Zulassung. Deshalb begann er, Industrieökonomie zu studieren, brach das Studium jedoch wegen einer Hochschulreform ab. 1955 war Rainer Buchmann wieder Student, diesmal an der Hochschule für Bauwesen in Leipzig, erhielt 1961 das Diplom in der Fachrichtung „Konstruktiver Ingenieurbau (Statik)“. Danach war er in verschiedenen Bau- und Projektierungsbetrieben sowie an der Technischen Hochschule in Leipzig als Gruppen-, Abteilungs- und Bereichsleiter beschäftigt. „Ich war auch verantwortlich für die Bauüberwachung eines großen Warenhauses in Cottbus, für die Entwicklung von Schulen, Sporthallen, Kindereinrichtungen, für Untersuchungen zum Bau des Leipziger Gewandhauses, für Wohnungsbauten, vor allem für elfgeschossige Hochhäuser, für das Bettenhaus der Universitätsklinik Leipzig und für eine Messegaststätte. Außerdem entwickelte ich die ‚Wohnungsbauserie 70’ für Gesellschaftsbauten mit“, berichtet Rainer Buchmann. Nach der Wende war er mit der Solartechnologie und Wärmedämmung an Schulen befasst (wissenschaftlich-technische Aspekte mit der Frauenhofer-Gesellschaft), leitete die Planung zur Modernisierung und Instandsetzung von Schulen und Internatsgebäuden, wirkte am Erschließungsplan für eine Leipziger Großdruckerei und für eine Kfz-Spedition mit, erstellte Gutachten für Förderungen. 2000 ging Rainer Buchmann in Rente.
Schon als Kind spielte er Violine, was nun wegen einer Handverletzung unmöglich ist. Er liebt das Klavierspiel, mag Bach und Mendelssohn-Bartholdy. Der zweifache Vater und dreimalige Großvater verreist gern mit der Ehefrau. Ein langes Leben in Gesundheit ist sein größter Wunsch.