MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz Bräunig
Beruflich, ehrenamtlich und familiär mit dem Herzen dabei
Flugleiter im Flugwesen i. R.
Jäger
Grüner Weg 20 b
04779 Wermsdorf
Auf jeder Ebene seines Lebens sorgte er für gutes Gelingen und fand Anerkennung. Hobbymäßig der Jagd verfallen, teilt er den Alltag mit seinem derzeit dritten Dackel. Sein erster belegte bei der Jagdprüfung in Leipzig den 1. Platz von 25 Rauhaarteckeln. Erst 2014 zog er sich aus dem Jagdgeschäft zurück, gehört jedoch noch immer der Hegegemeinschaft an.
Geboren wurde Heinz Bräunig am 04.12.1927 in Seega/Thüringen. Mutter arbeitete in Berlin, Vater als Stellwerksmeister in Leipzig und so wuchs er bis zum fünften Lebensjahr bei den Großeltern auf. Anschließend zog die Familie nach Leipzig und nach der Schule kamen für den beruflichen Werdegang nur die Bahn oder die Fliegerei in Betracht.
Heinz Bräunig absolvierte seine Ausbildung bei der Bahn und begann als Jungwerker mit dem Ziel E-Lok-Fahrer. Die vormilitärische Ausbildung riss ihn aus weiteren Plänen heraus. 1943 begann er im Segelflug, wurde nach München-Neubiberg eingezogen und besuchte in Schleißheim die Flugzeugführerschule für Jagdflieger. Von 1943–1944 absolvierte er die Flugprüfungen A/B/C und B 2 auf den Flugplätzen des NSFK und Militärflugplätzen, und durfte die entsprechenden Typen fliegen. Nach der Ausbildung erhielt er den Befehl für den Dienst bei den Fallschirmjägern, wurde in Holland eingesetzt und kam nach Verwundung, welcher Gelenkrheuma folgte, ins Lazarett. Der Entlassung folgte sein Einsatz im Raum Sondershausen. Als seine Einheit zerschlagen wurde, flüchtete er in die Wälder und entkam so der Gefangenschaft. Zurück in Leipzig, versank er in einem Bombenteppich, kam mit dem Leben davon, doch zerstörten 5-Zentner-Bomben das Wohnhaus.
Nach dem Krieg sollte Heinz Bräuning Dampf-Loks fahren, was ihm nicht behagte. Sein Vater fand Arbeit in der Landwirtschaft und der Sohn half ihm ein Weilchen, bis er 1948 von der Polizei angeworben wurde und als Streifegänger wie Sachbearbeiter Einsätze fand. Heinz Bräuning besuchte die Polizeihochschule in Weimar und avancierte zum stellvertretenden Amtsleiter in Oschatz. Bei dem großen Bahnunglück in Bornitz mit 48 Toten und 60 Verletzten musste er als Einsatzleiter agieren – keine angenehme Aufgabe, doch die Unterstützung der Bevölkerung war riesig.
Erneut zur Fliegerei abgeworben, kam er erst 1959 frei, begann 1960 beim Flughafen Mockau als Flugsicherungskontrolleur und stieg zum Flugleiter auf. Somit verfügte er über einen schönen, aber gefährlichen Beruf, denn die damalige Technik war alles andere als ausgefeilt. Bei der IF hatte er nach entsprechenden Prüfungen die Erlaubnis für Luftfahrtpersonal und alle erforderlichen Lizenzen für seine Arbeit erworben – gültig für alle Flughäfen der DDR. Seine Erfahrungen gab er an der Betriebsakademie der IF weiter, wo er mit Honorarvertrag das Flugpersonal des Agrarfluges und der GST, in Vorbereitung ihrer Jahresüberprüfungen, in den Fächern Flugsicherung und Flugfunkverkehr unterrichtete. Mit 65 Jahren ging er in Rente.
Ehrenamtlich gehörte Heinz Bräunig seit 1949 dem Polizeijagdkommando sowie der Jagdgesellschaft „Hubertusburg“ an. Er pachtete sich eine Jagd im Muldentalkreis und sicherte den Flughafen Schkeuditz jagdlich ab. Auch führte er bis 1987 die Jagdchronik von Wermsdorf, wo er seit 1995 schon lebt.
Seine geliebte Frau Ilse verstarb 2003 nach 44-jähriger Ehe. Ganzer Stolz sind drei Söhnemit ihren Ehefrauen, die Enkel, vor allem das erste Urenkelkind und das Wohl aller liegt Heinz Bräunig besonders am Herzen.