MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Regina Bronsch
Ein Erbe für die Eweigkeit
Rentnerin
Oberfeldstraße 23
12683 Berlin
Tochter und Enkelkinder können einst auf ein wunderbares, einmaliges und überaus individuelles Erbe verweisen.
Für sie hat Regina Bronsch, geboren am 12.01.1934 in Berlin, ihre Lebenslinie anhand eines Buches nachgezeichnet. Unter dem Titel „Bisdorfer Kinder“ entstand die einzigartige Geschichte einer rührigen, vielseitig interessierten Frau, die bis zum heutigen Tage schreibt.
Beziehungen verhalfen ihr zu einer Lehre als Buchbinderin – für Mädchen damals unüblich, diesen Beruf zu ergreifen.
Erste Sporen verdiente sich Regina Bronsch innerhalb der Druckerei „Neues Deutschland“ und merkte schnell, den falschen Beruf ergriffen zu haben.
Betriebsintern wechselte sie in den Verwaltungsbereich und zeichnete als Sachbearbeiterin für die Weiterbildung der Mitarbeiter verantwortlich.
Eine Stippvisite führte in die Kulturabteilung der FDJ-Kreisleitung, bevor sie an der Bauakademie als Sachbearbeiterin „Kultur“ tätig wurde. Während dieser Zeit absolvierte sie nebenberuflich eine zweite Facharbeiterausbildung zur Industriekauffrau und kehrte zu ihren Wurzeln zurück.
In der Abteilung „Sozialwesen“ des „Neuen Deutschland“ wiederum für den Kulturbereich zuständig, erlebte sie noch den Neubau des Gebäudes inklusive dessen Eröffnung mit.
Nach der Wende entfiel ihr Aufgabenbereich, der Kultursaal wurde aufgelöst und somit begab sich Regina Bronsch 1990 gemeinsam mit Ehemann Harro in den Vorruhestand.
Eher ohne Ruhe gestaltete sich der weitere Alltag. Schon lange Mitglied der Seniorengruppe der Druckerei der Berliner Zeitungsdruck GmbH, wurde sie in den Vorstand gewählt und war bis 2009 für Kultur zuständig. Heute genießt sie inmitten von 180 Mitgliedern die Geselligkeit sowie kulturelle Höhepunkte.
Schon immer berauscht von Kunst, gehörte sie Volkskunstgruppen an, betreute selbige, sang im A-Cappella-Chor, zeichnete, malte und fährt, diesmal berauscht von Geschwindigkeit, leidenschaftlich gern Auto.
Beginnend mit einem Schlauchboot, segelte sie mit ihrem Harro im eigenen Schiff ebenso ambitioniert durch die Wellen, doch immer wieder griff sie zur Feder.
Erinnerungsträchtig kreierte sie für ihren Mann anlässlich des 100. Geburtstages ihrer Schwiegermutter einen Nachruf.
Alte Dokumente dienten der Ahnenforschung, welche sie nicht nur intensiv betrieb, sondern eine adäquate und sehr schöne Chronik erstellte, in welcher auch die Linie ihres Mannes Berücksichtigung erfuhr – wiederum ein Erbe für die Ewigkeit.