MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Renate Schröder
Sie schätzt Klartext
Tiefenseer Weg 11
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 24851
Renate Schröder aus Bad Düben war mit Leib und Seele in der Apotheke beschäftigt. Und sie ist es trotz Rentenalters manchmal stundenweise noch immer. Geboren 1939 an der polnischen Ostseeküste in Mützenow, wurde sie mit ihrer Mutter als Siebenjährige aus der Heimat vertrieben. Der Vater war 1944 im Krieg gefallen. In Halle / Ammendorf 1947 „gelandet“, ging Renate als Kind von Landwirten dort zur Schule. Weil die Mutter, inzwischen wieder verheiratet, mit einem „Privatmann“ ihr Leben teilte, durfte ihre Tochter Renate kein Abitur machen. Sie absolvierte von 1956–1958 eine Lehre zur Apothekenhelferin. Die Apotheke war eine Einrichtung der Chemischen Werke Buna, zwar im Werk gelegen, aber eine selbstständige Apotheke, blickt Renate Schröder heute zurück auf die Anfänge ihres langen Berufslebens. 1962 heiratete sie den Kraftfahrzeugschlosser Wolfgang Schröder (gestorben 1993). Das Paar bekam zwei Kinder, Tochter Wiltrud (geboren 1962, Ärztin in Nordhausen / Walkenried) und Sohn Dietrich (geboren 1964, Instandhaltungsmechaniker, wohnt in Delitzsch). Von 1959–1961 besuchte sie die Fachschule für Pharmazie in Leipzig, schloss als Apothekenassistentin ab und arbeitete als solche 1961–1963 in der Hubertus-Apotheke Wolfen und von 1965–1974 in der Adler-Apotheke Delitzsch. Ihr 2-jähriges Fernstudium an der Ingenieurschule für Pharmazie in Leipzig schloss sie 1974 als Ingenieur für Pharmazie ab und ist seitdem als Pharmazieingenieur in der Adler-Apotheke Delitzsch tätig. „Es war übrigens die einzige Ingenieurschule für Pharmazie in der DDR“, erinnert sich Renate Schröder. Als sie mit 60 Jahren in Rente ging, das war 1999, war sie nach acht Wochen wieder in „ihrer“ Adler-Apotheke in Delitzsch und sprang stundenweise ein. Manchmal übernimmt sie noch den Nachtdienst, um die jüngeren Kolleginnen zu entlasten. Renate Schröder liebt ihr Leben, ist stolz auf ihre Kinder und schätzt Durchhaltevermögen sowie Klartext. Glück bedeutet für sie Gesundheit und Zufriedenheit. Als Familienmensch war ihr Mutter Traute stets ein Vorbild. Ohne Beruf, ohne Haus und Hof, nur mit der Tochter an der Hand, musste sie ihre Heimat verlassen und sich ein neues Leben aufbauen – mit Willi, der für die Tochter Renate Vater war. „Bleibe ehrlich“, ist Renate Schröders Lebensmotto. Und sie setzt auf Traditionen. Dazu gehören der Zusammenhalt in der Siedlung und regelmäßige Treffen mit Nachbarn und Freunden zum Kaffeetrinken zu Geburtstagen. Auch zu ihrer Halbschwester und deren Familie pflegt Renate Schröder regen Kontakt. Freizeitbeschäftigungen wie in Haus und Hof, Handarbeiten und Lesen von historischer Literatur will die Frau aus Bad Düben nicht missen.