MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lothar Schröder
Leidenschaft Fußball
Beethovenstr. 10
06749 Bitterfeld-Wolfen
Der 1937 geborene Lothar Schröder besuchte acht Jahre die Schule, bevor er im VEB Press- und Stanzwerk Raguhn eine Lehre als Schlosser absolvierte und 1954 abschloss. Er folgte den Werbeaufrufen der Kasernierten Volkspolizei, studierte drei Jahre an der Offiziersschule Berlin. Doch seine Karriere endete abrupt, als ein Familienmitglied die DDR verließ. Er wurde entlassen, orientierte sich neu und nahm ein Studium der Finanzwirtschaft auf. Nach dem Abschluss war er bei der Deutschen Notenbank als Buchhalter eingesetzt, später beim Ministerium für Finanzen in der Abteilung Kontrolle. Seine Freizeit nutzte er bereits damals für sportliche Aktivitäten, spielte Fußball beim ASK Berlin bis zur Bezirksliga. 1970 kehrte er zurück in den Ort, wo er einst aufgewachsen war (Steinfurth in Sachsen-Anhalt), wurde stellvertretender Vorsitzender beim DTSB-Kreisvorstand und konnte damit sein sportliches Interesse mit dem beruflichen verbinden. Bis 1976 so aktiv, folgte er dann dem Ruf der Partei, wechselte in die Kreisleitung der SED Bitterfeld und trug dort die Verantwortung für Finanzen. Kurz vor der Wende kündigte er wegen Differenzen mit dem 1. Kreissekretär, doch diese Kündigung wurde nicht anerkannt, Probleme bei einer neuen Stellensuche geschaffen. Lothar Schröder setzte sich durch, begann bei Kraftverkehr Bitterfeld als Sicherheitsinspektor, musste jedoch bereits nach einem Jahr den Gang in die Arbeitslosigkeit antreten. Vermittelt wurde er nicht mehr und für eine ABM betrachtete man ihn als zu überqualifiziert. Seit Juni 1960 als Funktionär im Fußballsport engagiert, nutzt er seither die gewonnene Zeit für diese gesellschaftliche Tätigkeit. Bereits 1960–1973 war er als Übungsleiter, Jugendleiter, Sektionsleiter in Raguhn aktiv gewesen, hatte 1973–1983 in Jeßnitz den Nachwuchs trainiert und die Jahre danach in Sandersdorf bis 1991 Sportgeschichte geschrieben. Ab 1993 trainierte er die A-Jugend in Friedersdorf, sorgte für deren Aufstieg von der Kreisklasse bis zur Regionalliga. Zurückgekehrt nach Jeßnitz, musste er 2001 wegen einer Krebserkrankung andere Prämissen setzen und die ehrenamtlichen Tätigkeiten zurückstellen. Die Leidenschaft für den Fußball hat er jedoch nicht verloren. 2003–2007 war er Präsident vom Kreis-Fußball-Verband, später Vizepräsident, heute Ehrenvorsitzender. 2009 gründete er eine Spielgemeinschaft und ist heute wieder Trainer für die Greppiner Kinder. Im Jahr 2012 erklärte er seiner Frau Edith, dass er nun 76 sei und doch nicht irgendwann auf dem Platz sterben wolle....diesen Spruch hat er heute wieder vergessen...Er liebt nun mal seinen Fußball und will ohne ihn nicht sein. Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm zu teil. So unter anderem Ehrennadeln des DTSB, des Fußballverbandes, der Bürgerpreis des Kreises, Ehrenurkunden vom Landrat und Kreissportbund und viele andere mehr. Er ist stolz auf seine sportlichen Erfolge und das mit Recht!