MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Horst Schubert
Kaufmann und Landwirt
Ehemaliger Geschäftsleiter ELG Letex
09600 Niederschöna
Neun Tage trennten ihn vom Krieg. Am 17. Mai 1945, an seinem 15. Geburtstag, hätte sich Horst Schubert als Flakhelfer melden müssen. Doch da die Waffen nach fünf Jahren Tod und Zerstörung endlich schwiegen, konnte der Junge aus Niederschöna etwas Ordentliches lernen. Er wurde Einzelhandelskaufmann.
Nach der Lehre ist Horst Schubert Aufkäufer für Schlachtvieh, Geflügel, Eier, Honig. Er betreut mehrere Dörfer. Danach arbeitet er als Verkäufer in der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft Niederschöna, als Verkaufsstellenleiter bei der HO Industriewaren und als Handelsvertreter für Spielwaren und Kunstgewerbe.
1968 stellt ihn die Einkaufs- und Liefergenossenschaft des holzverarbeitenden Handwerks in Freiberg als Hauptbuchhalter ein.
„Man muss sich immer nach oben qualifizieren“, meint Horst Schubert. Folgerichtig deshalb auch seine Entscheidung, 1973 die Geschäftsleitung in der Freiberger ELG LETEX – Leder und Textilien – zu übernehmen.
In den letzten beiden Jahren vor seinem Ruhestand ist Horst Schubert Berater und Verkäufer für Büroartikel und Büroausstattung. Eine Beschäftigung, der er auch als Rentner noch stundenweise nachgeht.
Horst Schubert, der Kaufmann, war gewissermaßen auch ein Landwirt. Ein Landwirt im Nebenerwerb. Bis zur Wende bewirtschaftete er ein großes Stück Land. Baute Kartoffeln, Obst und Gemüse an. Dazu hielt er Kaninchen, Gänse, Enten, Hühner. Bis zu 1000 Mastenten hatte er in seinen Ställen. Über 30 Jahre besaß er Chinchillas. Pelztiere, die in der DDR selten waren.
Ein großes Arbeitspensum, bei dessen Bewältigung seine Frau Helga kräftig mit zupackte. So konnte er den Kaufmann und den Landwirt gut unter einen Hut bringen.
Seit 1990 ist damit Schluss. Geerntet wird nur noch für den Eigenbedarf.
Über ein halbes Jahrhundert war Horst Schubert verheiratet. 2002 starb seine Frau. Einen Sohn hatte er bereits vorher verloren. Er ist mehrfacher Großvater und Urgroßvater.
Fast 50 Jahre engagiert sich Horst Schubert in zwei Hetzdorfer Vereinen. Im Geflügelverein und im Kaninchenverein. Er ist Schriftführer und maßgeblich an der Erarbeitung von Ausstellungskatalogen beteiligt. Zugute kommt ihm dabei seine Liebe zum Fotografieren und Filmen.
Ein beliebtes Motiv auf seinen Reisen seien Sonnenuntergänge. Von jeder Reise gäbe es ein Album oder eine CD, erzählt der 79-Jährige, der glücklich ist, noch so „gesund und munter“ zu sein.
Er träumt von einer „großen Auslandsreise“. Und von der CD, die er dann auf dem Computer brennt …