MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rosalinde und Heinz Schreiber
Ein Facharbeiterbrief reicht nicht fürs ganze Leben
Kleidungsfacharbeiter (Schneiderin)
Maurer
Am Centner 12
04769 Mügeln
Ursprünglich hatte Rosalinde Schreiber wunschgemäß Schneiderin gelernt, später legte sie einen Facharbeiterabschluss für den Obstanbau ab, zuletzt erwarb sie noch den IHK-Abschluss als Versicherungskauffrau. Geboren wurde sie 1953 als Rosalinde Auer in dem kleinen Ort Baderitz bei Mügeln im heutigen Kreis Nordsachsen. Ihr Zwillingsbruder verstarb früh, sie wuchs mit einem weiteren Bruder in der Familie eines Elektrikers auf, die Mutter versah die kleine Landwirtschaft. Sie besuchte die Grundschule in Rittmitz (wohin sie inzwischen verzogen waren) und die Oberschule im nahen Obersteina. Da sie die 10. Klasse abschloss, dauerte die Lehre bei Meister Krumbiegel in Döbeln nur anderthalb Jahre. Doch übte sie den Schneiderberuf nicht lange aus, Familiengründung (Heirat 1974) und die Kinder (Tochter Kathleen, 1974 geboren, und Sohn Steven, 1977) setzten Zäsuren. Dazwischen half sie kurzzeitig im Kindergarten von Sornzig, begann danach in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Obstproduktion, wo auch ihr Mann bereits Stellung gefunden hatte. Dank erfolgreicher Qualifizierung konnte sie bis zur Auflösung der LPG 1992 erfüllte Berufsjahre erleben. Danach ließ sie sich für eine Tätigkeit im Versicherungsgewerbe umschulen, konnte hier bis 2000 im Innendienst weitere Anerkennung finden. Folgend war sie bis 2004 in der Döbelner Fleisch- und Wurstwaren GmbH in der Produktion tätig und die letzten Jahre bis zum Renteneintritt wirkte sie für Reinigungsfirmen. Mit Ehemann Heinz war sie glücklich, als die junge Familie durch den gemeinsamen Arbeitgeber 1977 eine Neubauwohnung beziehen konnte. Doch nutzten sie in den neunziger Jahren die Chance, das heutige Haus zu kaufen, zumal ein eigener zum Grundstück gehörender Garten Heinz Schreiber die Gelegenheit gibt, auch im Ruhestand aktiv zu bleiben. Er kam 1951 in Mügeln zur Welt, wuchs mit sieben Geschwistern auf und lernte später den Beruf des Maurers, den auch sein Vater ausgeübt hatte. Die Mügelner Schule besuchte er von 1958 bis 1966. Nach dreijähriger Lehre beim Landbaukombinat Oschatz wirkte er noch bis 1974 bei dieser Firma, half Bauprojekte in Mockrehna, Taura oder dem Leipziger Schlachthof zu realisieren, wechselte dann zur LPG in die Baubrigade, die nach dem Ende der DDR von einer bundesweit operierenden Baufirma komplett übernommen wurde, nun aber nicht mehr für die Landwirtschaft, sondern für Wohn- und vor allem Geschäftsbauten im Einsatz war. 1999 fand er neue Aufgaben als Packer beim Cordis Obst- und Gemüsegroßhandel in Ostrau. Nach anstrengendem Arbeitsleben war die Rente ab dem Jahr 2014 wohlverdient. Familie Schreiber freut sich über drei Enkelkinder und genießt die Erholungsaufenthalte in ungarischen Kurbädern.