MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Schröder

Der Beobachter mit der Kamera

Schröder

Inhaber Foto Schröder
Am Dreieck 2
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8581276
Internet: www.foto-schroeder-dessau.de

Obwohl als Sohn eines Projektierung-Ökonom und einer Finanzbuchhalterin 1958 geboren, richteten sich die Interessen für den künftigen Beruf des jungen Andreas Schröder nicht in eine finanztechnische Richtung. Elektronik interessierte ihn anfangs und nach seiner Betätigung in der Arbeitsgemeinschaft Fotografie seiner Schule, sah er hier seine Zukunft. „Vom Jugendweihegeld habe ich mir dann auch meine erste „Praktika“ gekauft...,“ erzählt er und vom Weg bis zum Abschluss seiner Lehre als Reprofotograf. Im VEB Bauingenieurkombinat fand er ersten Arbeitsplatz und gleichzeitig die Möglichkeit einen zweiten Facharbeiterabschluss zum Fotografen zu machen. Zielgerichtet nahm er danach seine Meisterausbildung in Angriff, konnte noch ein Jahr vor der Wende am Bauhaus Dessau den theoretischen Teil dieser Ausbildung abschließen. Im September 1989 begann er in Falkensee bei Berlin mit der fachlichen Qualifikation innerhalb der Meisterausbildung und hatte hier kurz darauf – auf Grund der politischen Wende in der DDR – zusätzlich die Möglichkeit des „Blickes über den Gartenzaun“, um Eindrücke vom Fachgebiet zu sammeln aber auch spezielles Fotozubehör zu kaufen. Glück war es, dass die Meisterausbildung noch komplett vom Betrieb finanziert wurde. Pech dass im Zuge des Wandels 1990 auf seine Arbeit verzichtet und er entlassen wurde. Den Meisterbrief in der Tasche eröffnete Andreas Schröder im gleichen Jahr und in den heutigen Geschäftsräumen sein eigenes Fotogeschäft – zusammen mit seiner damaligen Ehefrau die als Verkäuferin im Laden tätig war. Die Ehe hielt nicht, die Selbstständigkeit hingegen schon, trotz bald auftretender Marktänderungen. Während anfangs das Neue sehr gefragt war, eigene Lehrlinge ausgebildet wurden, folgte schnell die Anpassung an die Gegebenheiten der alten Bundesländer, mit allen Vor- und Nachteilen. Bis Ende der 1990er Jahre für Photo-Porst als Franchise-Unternehmen tätig, endete diese Zusammenarbeit durch eigene Kündigung. Der Wechsel zur Einkaufsgenossenschaft Ring-Foto brachte bessere Konditionen und ein breiteres Angebot mit sich. Und doch hat die Branche nach Aussagen von Andreas Schröder schlechte Aussichten. Ausgefallene Spezialisierungen sind gefragt, die üblichen Hochzeits-, Familien- und andere Veranstaltungsaufträge sind rückläufig. Werbefotografie beruht vorwiegend auf Stammkundenaufträgen, Handel mit Telekomsortiment überwiegt gegenüber der Fotografendienstleistung. „In 10 Jahren kriege ich schon eine kleine Rente“, schaut Andreas Schröder trotzdem ohne Angst in die Zukunft. Vor der Wende im Kulturbund der DDR (Farbfotoclub: 1984–2000 Leiter, jetzt Vorstandsmitglied) aktiv, hat sich daraus die heutige Arbeit in der Gesellschaft der Zirkusfreunde ergeben. Und wenn Zeit übrig ist geht er gerne spazieren – mit wachem Blick als Beobachter mit der Kamera.
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