MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Stephan Schreyer
Ein Leben für den Sport
Trainer, Verwaltungsfachwirt
Galbergweg 16
99867 Gotha
Fon: 03621 / 7398035
Der Sport und immer wieder der Sport zeichnet sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Dabei sollte der Trainer und Verwaltungsfachwirt Stephan Schreyer aus Gotha nach dem Willen seines Vaters - wie er - das Tischler- und Drechslerhandwerk erlernen und Vaters Geschäft einmal übernehmen. Stephan Schreyer wollte Leistungssportler und Trainer werden – nichts anderes kam für ihn in Frage. Schließlich überzeugte sein damaliger Trainer den Vater. 1946 in Gotha geboren, ging Stephan Schreyer zehn Jahre dort zur Schule. Am Institut für Lehrerbildung in Halle studierte er, um Unterstufen-Sportlehrer zu werden, arbeitete aber nie in diesem Beruf. Beim SC Chemie Halle als Mehrkampf-Leichtathlet fiel der junge Mann, der zuvor bei Lok Gotha trainiert hatte, sofort auf. Sein Trainer förderte den talentierten und sportbegeisterten Thüringer, der mit einer Leichtathletin aus Halle bis zu ihrem Tod (Krebserkrankung) verheiratet war und mit ihr zwei Kinder hat. Als Zehnkämpfer wurde er DDR-Meister und nahm als Mitglied der DDR-Nationalmannschaft an der Olympiade 1972 in München teil (Platz 5). Er kam durch seinen Leistungssport viel in der Welt herum, absolvierte nebenbei sein Sport-Fernstudium und erhielt seine Trainer-Lizenz. Nachdem 1978 mit dem Leistungssport Schluss war, begann Stephan Schreyer seinen Dienst in Gotha beim Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB). Als Leichtathletik-Nachwuchstrainer war er sehr erfolgreich. Die Wende kam und den DTSB gab es nicht mehr. Nach seiner Entlassung bewarb er sich in Hessen und fand Arbeit als Trainer in Kassel. Das Pendeln zwischen Wohn- und Dienstort beschreibt der Familienvater in einer Zeit mit seiner schwerstkranken Ehefrau als stressig. Aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrades fand der Experte eine Anstellung im Landratsamt Gotha als Sachbearbeiter für Jugend und Sport im Schulverwaltungsamt. Stephan Schreyer begann also im Öffentlichen Dienst (1993-2010, dann Ruhestand) und besuchte nebenbei die Fachschule für Verwaltungsfachangestellte in Weimar. Der Sport hat ihn immer sehr ausgefüllt und zeitlich in Anspruch genommen, deshalb ging die zweite Verbindung mit einer Ehefrau nach 17 Jahren schief. „Für Familie habe ich mir kaum Zeit genommen“, räumt er ein. Heute ist er stolz auf das Geschaffene und Erlebte, auf seine vier Kinder und sieben Enkel. Stephan Schreyer reist gern, liebt die Kanareninsel La Gomera. Er pflegt Kontakt zu ehemaligen Sportkollegen und will im Alter noch lange gesund bleiben, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.