MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Herbert Schreuer

Wanderungen durchs Leben

Herbert Schreuer

Maurer
07366 Blankenberg

Das Wandern ist des Herbert Schreuers Lust, das liegt nahe hier im Thüringer Schiefergebirge, wo die Saale durch die Höhen bricht. Die Gegend um Bad Lobenstein (sein Geburtsort Oberlemnitz ist inzwischen eingemeindet) prägte Freud und Leid seines Lebens, zu dem auch gehört, dass es für die Menschen nahe der ehemals innerdeutschen Grenze in den Jahren der Teilung nicht immer leicht war, denn viele Abschnitte waren Sperrgebiet, wohin selbst die DDR-Bevölkerung nur mit Passierschein fahren durfte, auch wenn, wie im Fall der Familie Schreuer, die zukünftige Frau im gesperrten Blankenberg wohnte. Herbert Schreuer stammt aus einer Dachdeckerfamilie (1940 geboren). Nach dem Krieg wurde der Vater wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft enteignet, floh in den Westen Deutschlands und ließ die Familie zurück. Nach dem Abschluss der 8. Klasse lernte der junge Herbert Maurer bei einem privaten Meister im Nachbarflecken Eliasbrunn. Die strenge Ausbildung sollte ihm aber vielfältiges Wissen um alle Bereiche seines Handwerks vermitteln. Dann war er vierzehn Jahre auf Montage unterwegs. Danach begann er bei der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH (ZPR) in Blankenstein als Maurer und Betriebshandwerker. Zwischendurch musste er der Wehrpflicht genügen, abgeleistet in Erfurt und später auch als Reservist in Weißenfels. Besondere Einsätze erwarteten ihn als Kesselmaurer im Kraftwerk. Er ließ sich überreden, die Schweißerprüfungen abzulegen und den Schein als Kranführer zu erwerben. Fünfzig Jahre engagierte er sich in der Feuerwehr des Werks, wurde nach entsprechender Schulung in Eisenberg als Wehrleiter eingesetzt. Erst 1995 schied er aus dem Unternehmen aus, arbeitete noch ein Jahr für die Gemeindeverwaltung Harra und konnte dann per Vorruhestandsregelung die neue Phase des Lebens ansteuern. Nun hatte er sich auch um seine Frau Roselinde zu kümmern. Die Textilfacharbeiterin hatte er 1961 geheiratet, sie starb trotz intensiver Pflege seinerseits schon im Jahr 2011. Von den beiden Zwillingen, die zur Familie hinzukommen sollten, war nur einem ein längeres Leben beschert. Tochter Kathrin erfreute die Familie inzwischen mit zwei Enkelkindern. Herbert Schreuer hatte als gelernter Maurer zu DDR-Zeiten vielen Häuslebauern in der Nachbarschaft beiseite gestanden, noch heute werkelt er in Haus und Garten, wenn er nicht auf Wanderschaft in seiner Heimat ist, seit über zwanzig Jahren gehört er dem Wanderverein an.
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