MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Maria Schreiber

Ein Band aus Energie und Engagement

Maria Schreiber
Studienrätin

Vater-Jahn-Straße 41
06712 Zeitz

Sie möchte 100 Jahre alt werden. Ihr Leben lang knüpfte sie ein starkes Band aus Energie und Engagement, und so zweifelt niemand daran, dass dieser Geburtstag ein riesiges Fest sein wird. Ihren Leitspruch: „Besiege Deinen Egoismus!“ verwirklichte Maria Schreiber, geboren am 18.02.1927 in Kurzebrack/Westpreußen, selbst am meisten und beschritt unter ihren großen Vorbildern von Albert Schweitzer und Mutter Teresa einen geradlinigen Weg, wobei Höhen und Tiefen gemeistert werden mussten. Immer Lehrerin werden wollend, belegte sie noch in Westpreußen ein zweijähriges Lehrerbildungsseminar, bis die Flucht nach Nautschütz bei Eisenberg führte. Bis 1946 musste sie auf einem Bauernhof bei allen anfallenden Arbeiten hart anpacken. Dann wurden Neulehrer gesucht. Sie folgte dem Aufruf: „Werde Lehrer!“, stellte sich den Prüfungen, wurde genommen und bekam unter hervorragenden Mentoren der Altlehrer die erste Klasse anvertraut. 54 Schüler im Alter von 10 bis 14 Jahren bestückten das Zimmer. Einarbeitungszeiten gestalteten sich schwierig, doch alle Neulehrer schafften es mit Bravour. Natürlich mussten in dieser Zeit alle Fächer unterrichtet werden, was Frau Schreiber nicht daran hinderte, sich an der Leipziger Universität über Fernstudium ihren Pädagogikabschlüssen für Deutsch und Russisch sowie nachfolgend unzähligen Weiterbildungen zu widmen. 1963 wurde Tochter Liberte, 1964 Gesine geboren. Beide wurden Bauingenieurinnen, doch damals schlug das Schicksal zu. 1966 verstarb ihr Ehemann, und Frau Schreiber musste die kleinen Mädchen allein erziehen. Bis heute blieb sie allein, entwickelte sich jedoch auch zur selbstständigen, mit beiden Beinen im Leben stehenden, starken Frau. Beruflich erklomm sie ein Treppchen nach dem anderen, avancierte zur Fachberaterin sowie aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen zur Oberlehrerin wie Studienrätin. Qualifizierung führte für vier Monate nach Rostow am Don, und auch als stellvertretende Direktorin stellte sie Organisationstalent wie Können unter Beweis. Noch heute bekommt die einsatzfreudige Seniorin Post und Besuche von ihren früheren Schülern – übrigens von der ersten ihr überantworteten, überfüllten Klasse an. Auch ehrenamtlich immer sehr aktiv, ist nun Zeit für die schönen Dinge des Lebens – für Handarbeit, gute Musik von Beethoven oder Mozart, vor allem aber für ihre fünf Enkelkinder, die der Omi an Energie und Engagement in nichts nachstehen.
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