MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela und Bodo Schroth

Außer Luftschlössern wird alles gebaut

Gisela und Bodo Schroth

Kötteritzscher Ring 24
04680 Colditz OT Sermuth

Bodo Schroth und seine Frau Gisela wohnen seit 1998 in einem richtigen Schloss. Der einstige Herrensitz der Familie Kötteritzsch und zahlreicher Adelsfamilien danach wurde 1882 von dem angesehenen Architekten Arwed Rossbach im Auftrag des Bauherren Solbrig, des "Wollkönigs von Chemnitz" und Erfinders der Textilmaschinen, aus einem Rittergut in ein repräsentatives Schloss im Stil der Neorenaissance umgebaut. Nach 1945 und bis in die Jahre der Wendezeit verfiel das Schloss allmählich, bis es von der Firma Oswald Richter denkmalgerecht saniert wurde. Hier erwies es sich als großer Vorteil, dass Bodo Schroth und seine Frau Gisela seit langem der Baubranche verpflichtet sind. Diplom-Wirtschaftlerin Gisela Schroth – Jahrgang 1948 und seit 1992 Inhaberin eines der ältesten Baubetriebe der Region am Zusammenfluss von Zwickauer und Freiberger Mulde – wurde auf Grund ihrer Leistungen vom Freistaat Sachsen zur Unternehmerin des Jahres 1994 gekürt. Vor nunmehr fast 150 Jahren gründete der Urgroßvater von Gisela Schroth die Firma Oswald Richter, die mit dem damals florierenden Eisenbahnbau einen ersten Aufschwung erlebte. In den Jahren seitdem – auch wenn 1972 in der DDR verstaatlicht und erst seit 1990 wieder in Familienbesitz – leisteten Firma und Mitarbeiter (seinerzeit rund 120) Pioniertaten im Tiefbau, bei Autobahnauffahrten, Brücken, Staats- bzw. Bundesstraßen, bei der Erschließung mit Stromkabeln, Telefonleitungen, Trink- und Abwasserkanälen. Im Hochbau reicht das Spektrum von Wohnhäusern bis zu Industriegebäuden. Während Gisela Schroth, geborene Richter, Industriekauffrau lernte, an der Ingenieurschule Apolda Baustofftechnologie studierte, die Bauabteilung der agra-Landwirtschaftsausstellung in Markkleeberg leitete und im Braunkohlenrevier Bitterfeld agierte, ging Bodo Schroth – Jahrgang 1940 – erst einen anderen Weg. Auch er entstammt einer angesehen Unternehmerfamilie, die in Grechwitz bei Grimma eine Ziegelei betrieb. Bodo Schroth lernte Chemielaborant in Leuna und studierte in Markkleeberg Energietechnik. Als er hier seine Frau kennenlernte, bestand der zukünftige Schwiegervater darauf, dass ein Ingenieur von ihm erst als Bauingenieur akzeptiert würde. 1975 bestand Bodo Schroth an der Technischen Universität Dresden sein diesbezügliches Diplom. In den Jahren danach baute er Gasleitungen in der Ukraine und durch die DDR. Mit der Reprivatisierung der Firma Oswald Richter stieg Bodo Schroth neben seiner Frau als Betriebsleiter ein und wohnt seit 1998 auch wieder in Sermuth, wo inzwischen auch Tochter und Sohn der beiden der Baubranche und dem Familienunternehmen Treue geschworen haben. Nur dass ihr Wohnhaus, oben am Hang über der Mulde, ein durchaus besonderes ist, eben ein Schloss. Sohn Hagen, Dipl.-Ing. und Dipl.-Wirtsch., übernahm seit 1998 Teilbereiche und ab 2005 die Firma, welche sich unter seiner Leitung u. a. auf die Herstellung hochklassigen zertifizierten und DIN-gerechten Materials im firmeneigenen Kies- und Betonwerk spezialisierte.
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