MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Eberhard Schröder

Einen besseren fanden sie nicht

Eberhard Schröder

Schweißfachingenieur
08532 Plauen

Der gebürtige Greizer ist sich immer treu geblieben, hat sich nie verbogen. Was er für richtig hielt, das gab er nicht auf. Nach der „Aufbauschule am Greizer Hainberg wird er sofort zur SS eingezogen. „ Ich muss mich für nichts schämen, ich hatte keine Wahl“, betont Eberhard Schröder. Der junge Soldat gerät in amerikanische Gefangenschaft, aus der er nach Greiz entlassen wird. Hier sammelt die russische Geheimpolizei junge Kerle von der Straße ein, um sie in sibirische Arbeitslager zu schicken – auch Eberhard Schröder. Da Eberhard Schröder über starke Schmerzen klagt, weist ihn ein deutscher Arzt ins Krankenhaus ein. Wohl wissend, dass der junge Mann simuliert. Einige Zeit lebt er bei Bauern in der Scheune. Dann geht er in den Westen und kommt nach drei Jahren wieder zurück. Er habe einfach nur nach Hause gewollt, erinnert sich Eberhard Schröder. Als Praktikant ohne Lohn durchläuft er dann im Feuerungsbau Greiz-Dölau alle Abteilungen. Da er irgendwann auch Geld verdienen muss, schafft er in vier Wochen seinen Abschluss als Maschinenbauer. Doch es dauert neun Jahre, ehe Eberhard Schröder eine Delegierung zum Studium erhält. Er war kein „Arbeiterkind“. Weil über 60 Leute die Aufnahmeprüfung für Schwermaschinenbau und Schweißtechnik in Dresden nicht schaffen, bekommt er eine Chance. Eberhard Schröder ist nicht in der FDJ, nur in der Gewerkschaft. Dem Drängen, sich für 10 Jahre zur Armee zu verpflichten, erteilt er immer wieder eine Absage. Und riskiert den „blauen Brief“. Dem zuvorzukommen, wechselt er die Fachschule, studiert dann an der Fachschule Rosswein weiter. Ab 1957 arbeitet der Schweißfachingenieur Schröder im Stahlbau Plauen als Werkstättenleiter. Bald schon wird er als kommissarischer Produktionsdirektor eingesetzt. „Ich war kein Genosse und immer nur ein kommissarischer Direktor“, so Eberhard Schröder. „17 Betriebe gehörten zum Metallleichtbaukombinat Plauen. Ich war der einzige Produktionsdirektor, der nicht in der Partei war. “ 1990 geht Eberhard Schröder in den Vorruhestand und bricht sofort alle Verbindungen zu seinem Betrieb ab. „Einen solchen Schlussstrich habe ich immer gezogen, wenn ein neuer Lebensabschnitt begann“, erzählt er. Regelmäßig fährt Eberhard Schröder nach Jößnitz. Dort hat er 33 Jahre gelebt, eine alte Mühle aufwendig umgebaut, und dort kegelt er noch. Sein Leben sei Arbeit und nochmals Arbeit gewesen, unterstreicht der 87jährige. Stolz ist er auf seinen Adoptivsohn und seinen Enkel. Gesund schlafen zu gehen und gesund aufzuwachen, das nennt er Glück. Sein Motto: Wenn du zufrieden sein willst, schau stets nach unten. Es gibt soviel Elend auf der Welt.
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