MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Psychologe Rudolf K. Scholz

Einzelkämpfer mit langem Atem

Rudolf K. Scholz

99086 Erfurt

Rudolf K. Scholz kam am 10.12.1936 in Erfurt zur Welt. Den zwölfjährigen Schulbesuch schloss er 1955 mit dem Abitur ab. „Ich hätte im Anschluss gern Germanistik studiert, was mir aber verwehrt blieb. Stattdessen begann ich in Leipzig ein Lehramtsstudium im Fach Slawistik, wechselte dann aber 1957 zum fünfjährigen Diplom-Studiengang Psychologie“. Nach erfolgreichem Studienabschluss verblieb Rudolf K. Scholz am Institut und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter an der damaligen Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. „Leider konnte ich meine Dissertation „Trainingsverfahren zur Förderung der Sprachentwicklung im Vorschulalter“ nicht fertigstellen, da ich aus politischen Gründen zum vorzeitigen Abbruch meiner Assistenz gezwungen wurde.“ Fortan war Rudolf K. Scholz – auf ein Jahr befristet – an der Medizinischen Poliklinik der Universität Jena tätig, wo er eine Psychotherapie-Ausbildung bei Prof. Gerhard Klumbies absolvierte. Anschließend arbeitete Rudolf K. Scholz drei Jahre als klinischer Psychologe im thüringischen Blankenhain-Egendorf, bevor er 1971 an die Poliklinik Mitte in Erfurt wechselte. „Hier war ich der erste und einzige Psychotherapeut im kommunalen Gesundheitswesen der Stadt“, berichtet er. Im Juni 1976 musste er seine Anstellung aus politischen Gründen aufgeben. Erst nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen konnte er 1980 seine Wiedereinstellung im kommunalen Gesundheitswesen der Stadt Erfurt erreichen; nunmehr allerdings mit einer berufsfremden Arbeitsaufgabe. Von 1982–1984 wirkte er im Agricola-Krankenhaus Saalfeld an einem Forschungsauftrag zum Thema Alkoholismus mit. Im Anschluss war er bis 1990 freiberuflicher psychologischer Gutachter. Seine letzte Festanstellung – als stellvertretender Leiter des Kreisrehabilitationszentrums Apolda – verlor er durch die Auflösung der dortigen ambulanten Gesundheitseinrichtungen zum 31.12.1990. Er übernahm anschließend die psychologische Betreuung der Senioren- und Pflegeheime des DRK-Kreisverbandes Apolda. Von1993 bis zum Eintritt in den Ruhestand war er als Referent in der Erwachsenenbildung tätig. 1998 erhielt er von der thüringischen und 2002 auch von der sächsischen Rehabilierungsbehörde die Anerkennung als Opfer politischer Verfolgung. Während seines Berufsleben publizierte Rudolf K. Scholz wissenschaftlich und populärwissenschaftlich zu medizinischen, psychologischen und pädagogischen Themen. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand veröffentlicht er Lyrik und Prosa in Anthologien.
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