MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ilse Scholz
„Von guten Mächten treu und still umgeben“
Krippenerzieherin
Fischerring 16
01620 Halle / Saale
Fon: 0345 / 5506939
Zwischen Döhlauer Heide und Saalelauf hat Ilse Scholz im neu errichteten Wohngebiet Heide-Nord ihr heutiges Zuhause. Die Familie stammt aus Schlesien, in der kleinen Gemeinde Boryn im Landkreis Züllichau kam Ilse Scholz 1939 zur Welt. Der Vater fiel im Krieg. Auf der Flucht vor der nahenden Front wurde die junge Ilse zeitweise von der Familie getrennt, in einem Jüterboger Kinderheim konnte sie die besorgte Mutter Martha dann aufspüren. Mit der älteren Schwester wuchs Ilse nun in Bad Düben auf, absolvierte hier die Schule bis zum Abschluss der 8. Klasse. Ausbildungsplätze waren rar, insbesondere wenn man Krankenschwester werden wollte. Vorerst hieß es, Geld zu verdienen. Im Büro der örtlichen Molkerei fand sich Anstellung, bis sie ihren Mann Lutz kennenlernte, der in Bad Düben bei der Bereitschaftspolizei stationiert war. 1958 heiratete das junge Paar, im selben Jahr kam Sohn Eckard zur Welt, 1959 ging es nach Halle an der Saale, wo Lutz Scholz nun im Zivilleben als Schlosser Arbeit hatte. Eine Kindertagesstätte suchte Putzfrauen, dies garantierte gleichzeitig einen Krippenplatz für den Nachwuchs. So begann Ilse Scholz in der Kinderkrippe „8. März“, da wusste sie noch nicht, dass sie über mehr als dreißig Jahre ihren beruflichen Fixpunkt gefunden hatte. Denn sie nutzte die Chance sich zu qualifizieren, endlich einen so gewünschten pflegerischen Beruf zu ergreifen. Sie konnte bald ihren Abschluss als Krippenerzieherin vorlegen und nun bei der Betreuung der Jüngsten mit Engagement und Sensibilität erfüllte Jahre erleben. Als 1993 die Einrichtung geschlossen wurde, verzichtete sie auf Weiterbeschäftigung in einer entfernt liegenden Kindertagesstätte. Aufgaben fanden sich nicht nur im Familienkreis, zu dem 1962 noch Sohn Heiko gestoßen war, sondern ebenso in der Kirchgemeinde des Nachbarortsteils Lettin, wo sie im Frauenkreis geistige Heimat fand und ehrenamtlich als Küsterin gebraucht wurde. Während der Kontakt zur Schwester in Bad Düben und deren großer Familie weiter besteht, mit Schwester Ingrid unternahm sie über Jahre schöne Busreisen nach Italien, Frankreich, Luxemburg oder in die Schweiz, musste Ilse Scholz in der eigenen Familie die ersten Verluste verkraften. 1999 verstarb ihr Mann, 2013 Sohn Eckard. In den von der Schwiegertochter mit in die Ehe von Sohn Heiko gebrachten beiden Kindern hat Ilse Scholz ihre Enkel gefunden.