MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rosita Schneider
Die Sonne im Herzen erhalten
Verkäuferin, Postzustellerin
09306 Königshain-Wiederau
Als Rosita Wagner wurde sie 1948 in Limbach-Oberfrohna geboren. Wie ihre beiden älteren Geschwister (Bruder und Schwester) war sie es gewohnt, zeitig mit anzupacken, denn die Eltern führten eine private Bauernwirtschaft. Vater und Mutter belohnten den Einsatz auch materiell, so war die jugendliche Rosita die erste der Klasse, die ein Moped der Marke „Schwalbe“ fuhr, mit gerade achtzehn Jahren die PKW-Fahrerlaubnis machen durfte, und auch an modischer Kleidung wurde nicht gespart. Die Schule in ihrem Heimatort Rußdorf besuchte sie bis zum Abschluss der 10. Klasse 1965. Danach konnte sie bei der Konsumgenossenschaft von Limbach-Oberfrohna ihren Wunschberuf erlernen. In einem großen Lebensmittelladen wurde sie in zwei Jahren zur Verkäuferin ausgebildet, besuchte dazu die Berufsschule in Burgstädt. Nur kurz blieb sie danach im Geschäft, in dem sie gelernt hatte. Die Arbeitszeiten waren zu ungünstig, denn sie hatte Freude daran, die Eltern bei der Landwirtschaft weiter zu unterstützen. Nach einem halben Jahr wechselte sie deshalb in den Fachgroßhandel, wo sie geregeltere Arbeitszeiten und freie Sonnabende fand. 1973 heiratete sie ihren Traummann Wolfgang Schneider, den sie beim Tanz kennengelernt hatte, und zog zu ihm nach Wiederau. Nur war der tägliche Weg nach Limbach auf Dauer zu umständlich. Beim Dienstleistungskombinat BEWA fand sie in Burgstädt, später in Göritzhain in der Verwaltung neue Aufgaben. Nach der Geburt des Sohnes 1980 blieb sie drei Jahre zu Hause, zumal das mit ihrem Mann ausgebaute Haus samt großem Grundstück genug zu tun gab. Stundenweise arbeitete sie für eine Gärtnerei, dann begann sie als Aushilfe bei der Deutschen Post, wurde als Zustellerin bald voll eingestellt. Die Arbeit wurde ihr zur Freude, zumal sie stets schnell den Kontakt zu den Menschen suchte und fand. Die neue Tätigkeit erschien ihr zeitweilig wie ein Lottogewinn, auch wenn die Arbeit nicht immer leicht war, vor allem als mit dem Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft 1990 schwere Versandhauskataloge noch die Regel waren. Neue Strukturen verlangten, dass sie dann auch mal im anfangs wenig vertrauten Penig aushelfen musste. Doch war ihr der Beruf so ans Herz gewachsen, dass sie bis zum Vorruhestand im Jahr 2003 unterwegs war. Seitdem ist ihr bei der Bewirtschaftung das Grundstückes, lange mit Tierhaltung, die Arbeit nicht ausgegangen. Schwere Zeit kam für Rosita Schneider, als ihr Mann Wolfgang, Berufskraftfahrer, zu zeitig von ihr ging. Doch blinkt spätestens seit 2017 wieder die Freude in ihr Leben, da mit dem Enkel ein familiärer Sonnenschein seine Strahlen aussendet. Beim monatlichen Kegeltreff mit Frauen der Nachbarschaft ist auch der Kontakt mit der ihr entsprechenden Altersgruppe bereichernd.