MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Regina und Manfred Schneider

Die Höhen und Tiefen des Lebens durchmessen

Regina und Manfred Schneider

Finanzbearbeiterin
Orchesterleiter
99086 Erfurt

Die Eheleute Manfred und Regina Schneider sind seit 1964 verheiratet, bereits zwei Jahre vorher ist der Sohn Jürgen zur Welt gekommen. Dieser erlernt den Beruf eines Stahlbauschlossers und ist seit 16 Jahren ein selbstständiger Schweißer. Zur Familie gehören zwei Enkel und der Urenkel Miro. Der am 20. September 1943 geborene Manfred Schneider spielt schon als Kind Mandoline und tritt mit einem Marionettentheater vor den Kindern aus den Nachbardörfern auf. Nach Abschluss der achten Klasse besucht er die Musikschule in Weimar. Die Eltern favorisieren ein Musikstudium, doch kurze Zeit nach dem Antritt des Studiums erleidet der Student einen Unfall und lernt im Krankenhaus einen Unteroffizier der Grenztruppen kennen, der ihn anwirbt. Er verpflichtet sich zu einem zwölfjährigen Dienst, wird zunächst zum Grenztruppenorchester in Erfurt versetzt spielt ab 1962 zehn Jahre im NVA-Orchester mit. Danach vermittelt ihn die Armee in den Rat des Kreises Erfurt-Land, er absolviert ein zweijähriges Direktstudium als Staatswissenschaftler und wird 1974 in einem größeren Ort in der Nähe von Erfurt Bürgermeister. Nach einer Wahlperiode scheidet Manfred Schneider aus gesundheitlichen Gründen aus dieser Funktion aus, kommt 1979 durch Vermittlung des Schwagers in einer LPG als Tierpfleger unter und spielt ab 1980 im Polizeiorchester Halle, wo er später den Chor und das Blasorchester leitet. Daneben absolviert er ein Fernstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, das er als Orchesterleiter abschließt. Nach dessen Auflösung kehrt Manfred Schneider nach Erfurt zurück und ist knapp drei Jahre arbeitslos. Mit seiner Frau Regina versucht er, sich mit den verschiedensten Jobs über Wasser zu halten, sie gehen 1992 nach Bayern, führen dort einem Millionär den Haushalt, er selbst leitet dort ehrenamtlich mehrere Orchester. Nach der Rückkehr nach Erfurt im Jahr 1997 versucht sich Manfred Schneider eher glücklos als freischaffender Musiker. Seit 2001 ist er Rentner. Die am 28. Mai 1941 geborene Regina Schneider verlässt die Schule nach der achten Klasse und pflegt danach zwei Jahre die Oma, die an Parkinson erkrankt ist. Danach sortiert sie bei der Post Pakete und ist Briefzustellerin. Später arbeitet sie als ungelernte Arbeitskraft am Band und ist danach sieben Jahre Sachbearbeiterin im Schichtdienst beim Kraftverkehr tätig. Ab 1980 arbeitet Regina Schneider beim Rat der Stadt Erfurt in der Abteilung Finanzen. Mit fast 40 Jahren kann sie endlich einen Beruf erlernen, wird Finanzkauffrau und arbeitet als Finanzprüferin beim Rat der Stadt. Ab 1990 wechselt sie zum Finanzamt und gibt diese gesicherte Stellung auf, um ab 1992 ihrem Mann nach Bayern zu folgen. Mit 61 Jahren kann sie in die Rente gehen und wünscht sich, mit ihrem Mann noch einige Jahre bei guter Gesundheit in einer friedlichen Welt zu leben.
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